Gott, der Glanz eines Gläubigen

Jesaja 60,19: „Und dein Gott zu deinem Glanz.“

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, über den Vers zu sprechen, der direkt auf unseren Text folgt; und wenn ich Gottes Wort lese, dann finde ich oft, dass es ist, wie wenn man sich in einem verlockenden Garten befindet; wenn wir eine kleine Frucht pflücken und sie gut schmeckt, dann neigen wir dazu, nach mehr zu suchen und noch ein bisschen mehr zu pflücken, nur mit diesem Unterschied, dass die Früchte, die wir hier unten sammeln, oft dem Körper schaden, auch wenn sie den Appetit befriedigen, aber wenn wir in Gottes Garten wandeln, wenn wir Früchte von den Pflanzen des Erlösers sammeln; je mehr wir davon essen, desto froher werden wir. Wenn irgendein Kapitel in der Bibel diese Eigenschaften und diese Beschreibung eines evangelischen Edens verdient, dann dieses.

   Es ist sehr bemerkenswert, und ich habe euch oft davon erzählt, dass alle Apostel zuerst das Gesetz predigen und dann das Evangelium, was den Menschen in einem Zustand des Todes findet, ihm aufzeigt, wie er das Leben bekommen kann und ihn dann liebevoll dorthin dirigiert. Großartiges und herrliche Dinge sagt man von 1Ps 87,3 der Gemeinde Gottes in diesem Kapitel; und es ist mir heute Abend ganz besonders aufgefallen, seitdem ich die Kanzel betreten habe, dass der große Gott von der Gemeinde in der Einzahl spricht. Wie kann das sein, wenn die Gemeinde sich aus so vielen Millionen zusammensetzt, die aus allen Nationen, Sprachen und Dialekten gesammelt sind? Wie kommt das, dass Gott sagt „dein Schöpfer“ und nicht „euer Schöpfer, dass er von der Gemeinde so spricht, als ob sie nur aus einer einzelnen Person bestehen würde? Der Grund dafür ist folgender und er ist ziemlich offensichtlich: Obwohl die Gemeinde aus vielen Gliedern besteht, haben sie nur ein einziges Haupt, und sie sind vereint durch das Band von einem Geist, durch den sie die gleiche lebendige Verbindung der Seele mit Gott haben und deshalb werden die Christen gelehrt, nicht zueinander zu sagen: „Ich gehöre zu Paulus, ich zu Apollos oder zu Kephas“, 21Kor 1,12 sondern sich so zu verhalten und zu leben, dass die Welt erkennen möge, dass wir alle zu einem gemeinsamen Christus gehören. Gott belebe, verlängere und vermehre diese echte christliche Liebe unter uns neu! Von dieser Gemeinde, so kollektiv betrachtet und vereint unter einem Haupt, spricht der gesegnete evangelische Prophet so: „Nicht wird man künftig von Gewalttaten in deinem Lande hören, von Verheerung und Verwüstung innerhalb deiner Grenzen, sondern deine Mauern wirst du ›Heil‹ nennen und deine Tore als ›Ruhm‹ bezeichnen.“ 3Jes 60,12 Aus diesem Text haben viele gute und große Männer schlussgefolgert, was sie „das Millennium“ nennen, dass Jesus Christus kommen wird und tausend Jahre auf Erden regieren wird, aber ich muss zugeben, dass ich immer die überzeugten Meinungen von recht vielen guten Männern über den Zeitpunkt, wann dieser Zustand beginnen soll, abgelehnt habe und ich würde euch alle davor warnen, eine Zeit festzulegen. Denn welche Bedeutung hat es, ob Christus kommt, um tausend Jahre zu regieren, oder wann er kommt, wo ihr und ich doch schon sehr bald sterben müssen? Und deshalb gebe Gott, dass wir, anstatt uns darüber die Köpfe zu zerbrechen, so leben mögen, dass wir in Ewigkeit mit ihm regieren werden; und was auch immer über diesen Zustand auf Erden gesagt wird, mir scheint es so, dass das Millennium in einem geistlichen Sinn verstanden werden sollte, als ein Symbol für einen herrlichen, ewigen, seligen Zustand im Himmelreich. Die Sonne wird nicht mehr dein Licht sein am Tag, noch der Mond dir als Leuchte scheinen, sondern der HERR wird dir zum ewigen Licht werden; und um uns auf dieses Licht vorzubereiten und um uns seine Natur zu zeigen, möge es mit Licht und Kraft in unsere Seelen kommen, während wir davon sprechen. Er fügt in unserem Text hinzu: „Und dein Gott wird zu deinem Glanz werden.“ Das wird zu allen Gläubigen im Allgemeinen gesagt, aber im Besonderen wird es zu allen gottesfürchtigen Gläubigen gesagt; und ich wüsste nicht, wie ich meinen armen, schwachen Dienst unter euch hier besser abschließen könnte als mit diesen Worten. Obwohl ich beabsichtige, so Gott will, wenn er mich diese Woche stärken wird, euch am nächsten Mittwochmorgen ein Abschiedswort zu geben; und oh, möge das, was mir heute in der Meditation über diese Textstelle Trost gegeben hat, euch und mir bis in alle Ewigkeit gehören. Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der evangelische Prophet sagt: „Dein Gott zu deinem Glanz.“

   Der Heilige Geist scheint sozusagen diesen Ausdruck ganz besonders gerne zu mögen. Als Gott die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai veröffentlichte, leitete er das so ein: „Ich bin der Herr“, und damit nicht zufrieden fügte er hinzu: „dein Gott.“ 42Mo 2,20 Und die Häufigkeit, wie oft das vorkommt, ließ meiner Meinung nach Luther sagen, dass das Evangelium viel mit Pronomen arbeitet, worin der Trost eines Gläubigen liegt; und selbst wenn es kein anderes Argument dafür geben würde als dieses, dann würde das allein genügen, um dieses zerstörerische Prinzip an der Wurzel abzuschneiden, welches vorgibt, uns zu erzählen, dass es im Evangelium nicht so etwas wie eine Aneignung gibt. Einige behaupten, dass unser Glaube nur eine rationale Zustimmung zum Wort Gottes sein soll, ohne eine besondere Anwendung, die von diesem auf unsere Seelen gemacht wird. Das ist genauso im Widerspruch zum Evangelium und zur Erfahrung von jedem echten Heiligen, wie das Licht der Gegensatz zur Finsternis ist und der Himmel zur Hölle. Meine Brüder, ich appelliere an jeden von euch, was würde es euch nützen, wenn ihr Zehntausend in Bankschecks hättet, geschrieben in großen Buchstaben in der schönsten Handschrift Londons; angenommen, ihr habt sie dabei, so wie viele Männer es machen, dass ihr sie ganz praktisch in euren kleinen Taschen stecken habt, die auf der Innenseite eures Mantels sind; angenommen ihr würdet sagen, „mein Mantel ist zugeknöpft, ich habe sie alle hier ganz nahe an meinem Herzen“; aber wenn ich sie schließlich genauer betrachte, dann merke ich, dass keine einzige davon an mich ausgezahlt werden kann, entweder sind sie alle gefälscht oder auf jemand anderen ausgestellt und deshalb nützen sie mir überhaupt nichts. All die Verheißungen des Evangeliums, alles das, was von Gott und Christus gesagt wird, gehört uns. Die große Frage ist deshalb, ob der Gott, von dem wir bekennen, dass wir an ihn glauben, unser Gott ist? Nicht nur, ob er es im Allgemeinen ist, denn das können auch die Teufel sagen, sondern ob er unser Gott ist im Besonderen. Die Teufel können sagen: „O Gott“, aber die Teufel können nicht sagen: „Mein Gott.“ Das ist ein Privileg, das allein dem auserwählten Volk Gottes gehört, das wirklich an den Herrn Jesus Christus glaubt. Und deswegen, meine Brüder, kann ein Deist nicht sagen: „Mein Gott, mein Christus“, weil er nicht an den Mittler glaubt, durch welchen Gott zu unserem Gott wird. Das war ein edler Ausspruch von Luther: „Ich will nichts mit einem absoluten Gott zu tun haben“; das heißt: „Ich will nichts mit einem Gott außerhalb von Christus zu tun haben.“ Nun, das ist der Glanz eines Deisten. Lord Bolingbroke schätzt sich selbst dafür und ich bin erstaunt über den Unglauben und die Feigheit dieses Mannes. Ich mag diese Männer nicht, die ihre Schriften erst nach ihrem Tod veröffentlichen lassen. Ich liebe es, wenn Leute in ihren Schriften kühn sind. Ich mag einen ehrlichen Mann, der seine Schriften zu Lebzeiten veröffentlicht, damit andere sie hinterfragen und darauf antworten können. Aber es ist reine Feigheit, es der Nachwelt zu überlassen, darauf zu antworten, uns zu Diskussionen zu provozieren, nachdem sie selbst ins Grab gegangen sind. Er sagt: „Ich will nichts mit dem Gott von Moses zu tun haben“, und ich nehme an, die Prinzipien von diesem Deisten ließen jemanden, der neben ihm stand, sofort fragen, nachdem er den letzten Atemzug getan hatte: „Was denkst du, wo ist er hingegangen?“ Ein anderer antwortet: „Was denkst du denn, natürlich zur Hölle.“ Gott gebe, dass dies nicht der Anteil von irgendjemandem von euch hier sein möge!

   Die Frage ist also, wie Gott unser Gott ist; „Dein Gott.“ Meine Brüder, für uns hängt alles davon ab. Was hat es für eine Bedeutung, zu sagen: „Dies ist meins und das ist meins“, wenn ihr nicht sagen könnt: „Gott ist mein.“ Das Beste, was Gott im Neuen Testament hinterlassen hat, ist er selbst: „Ich will ihr Gott sein.“ Das ist eins der Vermächtnisse und: „Ich will ihnen auch ein neues Herz geben“, das ist noch eines; „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben“, das ist noch ein weiteres;aber alles das ist vollkommen nutzlos, vergleichsweise gesprochen, wenn Gott nicht gleichzeitig gesagt hat (denn sie sind alle untrennbar miteinander verbunden): „Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ 5Hes 37,27 Nun, wie soll ich wissen, dass Gott mein Gott ist? Ich befürchte, dass manche Leute denken, dass man das nicht wissen kann. Nun folglich, wenn ihr so denkt, dann ihr gründet ihr einen Kult und geht hin und errichtet einen Altar und anstatt Gott im Abendmahl als den euren zu empfangen, geht ihr hin und betet einen unbekannten Gott an. Ich bin so weit davon entfernt, zu glauben, dass wir nicht wissen können, dass Gott unser ist, dass ich vollkommen davon überzeugt bin, und ich möchte es mit Demut aussprechen, und ich würde es nicht wagen, euch mit einer Lüge aus meinem Mund zu verlassen, dass ich es seit fünfunddreißig Jahren gewusst habe, so klar wie die Sonne am Mittag steht, dass Gott mein Gott ist. Und wie soll ich das wissen, meine Brüder? Ich möchte euch diese Frage stellen: Habt ihr jemals das Bedürfnis danach verspürt, dass Gott euer Gott sein soll? Niemand weiß, dass Gott sein Gott ist, der ihn nicht gespürt hat, dass er sein Gott in Christus ist. Außerhalb von Christus ist Gott ein verzehrendes Feuer. 6Heb 12,29 Ich weiß, dass es eine Vielzahl von Variationen gibt, wie sich Leute bekehren, aber trotzdem, meine Brüder, müssen wir alle unser Elend spüren, wir müssen alle unsere Distanz von Gott spüren, wir müssen alle spüren, dass wir von Gott entfremdet sind, dass wir in diese Welt eine Natur mit uns hineinbringen, die nicht mit dem Gesetz Gottes übereinstimmt und es auch niemals könnte. Man kann nicht von uns sagen, dass wir glauben, dass Gott unser Gott ist, bis wir dahin gebracht werden, durch seinen Sohn mit ihm versöhnt zu sein. Kann ich sagen, jemand ist mein Freund, solange ich noch nicht mit ihm versöhnt bin? Und deshalb ist nur das Evangelium allein der Dienst der Versöhnung. Paulus sagte: „So bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ 72Kor 5,20 Das muss das zentrale Thema unseres Predigens sein. Wir sollen sie bitten, und Gott selbst wird zu einem Bittsteller gegenüber seinen eigenen Geschöpfen, sich mit ihm zu versöhnen. Nun, diese Versöhnung wird hergestellt, wenn ein armer Sünder zu Jesus Christus gebracht wird; und wenn er einmal seine Feindschaft und seinen Hass gegen Gott erkannt hat, das Elend seiner Abkehr von ihm gespürt hat und sich bewusst geworden ist, dass er der ewigen Verdammnis ausgeliefert ist, dann flieht er zu Jesus wie zu einem Zufluchtsort und erwartet nur eine Versöhnung allein durch das Blut des Lammes; ohne dieses könnt weder ihr noch ich sagen: „Gott ist mein Gott.“ „Keinen Frieden“, sagt mein Gott, „gibt es für die Gottlosen!“ 8Jes 48,22 Die Diener Christi müssen aufpassen, dass sie nicht einen unbekannten Gott predigen, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht vorgeben, von einem unbekannten Gott zu leben, einem Gott, der nicht durch die Wirksamkeit des Geistes angeeignet und heim in unsere Seelen gebracht worden ist. Sondern, meine Brüder, wir können nicht sagen, dass Gott unser Gott ist, außer wenn wir in Jesus Christus sind. Könnt ihr sagen, dass jemand euer Vater ist, außer ihr könnt das beweisen? Ihr könntet uneheliche Kinder sein, es gibt viele uneheliche Kinder, die vor Christus Tür abgelegt wurden. Nun, Gott kann nicht mein Gott sein, zumindest kann ich nicht wissen, dass er es ist, außer es hat ihm wohlgefallen, in mein Herz den Geist der Kindschaft zu senden, und es mir zu gestatten, ein familiäres Verhältnis mit Christus zu genießen.

   Meine Brüder, ich habe euch kürzlich Abend erzählt, dass der große Streit, den Gott mit England hat, über die Geringschätzung des Heiligen Geistes ist. Sobald jemand anfängt, vom Wirken des Heiligen Geistes zu reden, schreien sie: „Du bist ein Methodist.“ Sobald man über die göttlichen Einflüsse des Heiligen Geistes spricht, sagen sie: „Oh! Du bist ein Schwärmer.“ Möge der Herr diese methodistischen Schwärmer unter uns bewahren bis in alle Ewigkeit. Ignatius, 9Ignatius von Antiochien († um 110 n. Chr.) war ein frühchristlicher Bischof und Märtyrer, der auf dem Weg zu seiner Hinrichtung in Rom mehrere Briefe an Gemeinden schrieb, die zu den wichtigsten Zeugnissen der frühkirchlichen Theologie gehören. von dem wir meinen, dass er eins der Kinder war, die Jesus in seinen Armen aufgenommen hat, gibt uns ein edles Zeugnis dieser Wahrheit in seinem ersten Brief (bitte lest ihn), den er kurz nach dem Tod des Apostel Johannes geschrieben hat, und wir schätzen nichts als so authentisch, wie was in den ersten drei Jahrhunderten geschrieben worden ist. Als ich meine ersten Übungen in Oxford machte, hatte ich Freude daran, spazieren zu gehen und ihn zu lesen, seine Briefe zu lesen, und ich konnte nicht anders, als mir von Zeit zu Zeit Notizen zu machen und bemerkenswerte Textstellen abzuschreiben. Ich erinnere mich, dass er in allen seinen Briefen als Absender sich selbst als „Theophoros“ bezeichnete, das heißt „Gottesträger“ und er glaubte, dass die, an die er schrieb, auch solche seien. Jemand ging und erzählte Trajan, dass ein gewisser Ignatius ein Schwärmer sei, dass er Gott mit sich herumtragen würde. Obwohl der Kaiser in anderer Hinsicht ein guter Fürst war, war er ein grausamer Feind der Christen. Aber viele gute Fürsten können schlechte Dinge tun unter dem Einfluss von bösen Beratern, so wie unser König Heinrich V., der dazu gebracht wurde, die armen Lollarden verfolgen zu lassen, weil sie sich auf dem St. Gilles Feld versammelt hatten, um das reine Evangelium zu hören; aufgrund von falschen Anschuldigungen, dass sie angeblich Rebellen gegen ihn sein sollten. Vor so einen Fürsten wurde Ignatius gebracht. Trajan sagt: „Wer ist das, der sich selbst einen Träger Gottes nennt?“ Ignatius sagt: „Ich bin es“, und zitierte dazu die Schrift: „Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und sie sollen meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“ 102Kor 6,16-18 Der Kaiser war darüber so wütend, dass er ihn den Löwen vorwerfen ließ, um ihm seine Schwärmerei auszutreiben, worüber Ignatius fröhlich lachte: „Oh“, sagte er, „werde ich gefressen?“ Und als seine Freunde zu ihm kamen, tanzte er beinahe vor Freude; und als sie ihn zur Hinrichtung führten, lächelte er und er drehte sich noch einmal um und sagte: „Jetzt fange ich an, ein Märtyrer für Jesus Christus zu sein! Ich habe gehört, dass die Löwen vor den Märtyrern zurückschrecken, aber wenn sie zu mir kommen, werde ich sie ermutigen, mich mit all ihrer Gewalt anzufallen.“ Gott gebe euch solche Schwärmerei in einer Stunde der Prüfung! Das ist es, Gott als unseren Gott zu haben: „Wer an den Sohn glaubt, hat das Zeugnis in sich selbst“,  111Joh 5,10 wie es in diesem gesegneten Wort Gottes geschrieben steht, und ich hoffe, das wird das letzte Buch sein, dass ich lesen werde. „Lebwohl, Vater; Lebwohl, Mutter; Lebt wohl, Sonne, Mond und Sterne!“ das waren die Worte eines der schottischen Märtyrer zur Zeit von King Charles, und ich finde es erstaunlich, dass sogar Mr. Hume, ein bekennender Deist (glaube ich), dies in seiner Geschichte Englands als einen großartigen Abgang erwähnt (und auch diese seraphische Seele Mr. Hervey, 12James Hervey (1714–1758), anglikanischer Geistlicher und Schriftsteller. Leidenschaftliche Frömmigkeit und Himmelssehnsucht prägen seine Werke jetzt bei Gott), dass die letzten Worte des Märtyrers waren: „Lebwohl, du kostbare Bibel, du gesegnetes Buch Gottes!“ Das ist mein Fels, das ist mein Fundament. Es ist jetzt 35 Jahre her, seit ich damit begonnen habe, die Bibel auf meinem Kopfkissen zu lesen. Ich liebe es, dieses Buch zu lesen, aber das Buch ist nichts als ein Bericht der Verheißungen, die es enthält und fast jedes Wort darin, vom Anfang bis zum Ende spricht von einer spirituellen göttlichen Fügung und dem Heiligen Geist, der unsere Seelen mit Gott vereinigt und einem Gläubigen hilft zu sagen: „Mein Herr und mein Gott!“

   Wenn ihr euch damit zufriedengebt, dann wird der Teufel euch genügend über Lehren sprechen lassen. Oh, ihr sollt euch vom Arminianismus dem Calvinismus zuwenden; oh, ihr sollt so orthodox wie möglich sein, wenn ihr damit zufrieden sein werdet, zu leben, ohne dass Christus in euch lebt. Nun, wenn ihr den Geist habt, dann könnt ihr sagen: „Gott ist mein.“ „Oh, das ist sehr schön“, sagen einige, alle tun so, als ob sie den Geist hätten, und dann könnt ihr so weitermachen, wie ein Bischof einst zu einem Adligen sagte. „Mein Herr, diese Methodisten sagen, sie würden alles durch den Geist tun; also, wenn die Teufel ihnen befehlen, jemanden zu ermorden, dann werden sie sagen, der Geist hätte ihnen befohlen, es zu tun“; und genau dieser Bischof ist wie gestorben? Nun schrecklich! Seine letzten Worte waren diese: „Der Kampf ist gekämpft, der Kampf ist gekämpft, der Kampf ist gekämpft, aber der Sieg ist verloren für immer.“ Gott gebe, dass ihr und ich nicht mit solchen Worten sterben werden. Ich hoffe ihr und ich, wir werden sterben und sagen: „Der Kampf ist gekämpft, der Kampf ist gekämpft, der Kampf ist gekämpft, ich habe den guten Kampf gekämpft 132Tim 4,7 und der Sieg ist errungen für immer.“ So starb Mr. Ralph Erskine, seine letzten Worte waren: „Sieg, Sieg, Sieg!“ Und die, welche Gott ihren Gott nennen können, werden einer nach dem anderen ausrufen: „Sieg, Sieg, Sieg!“; und das für immer! Gott gebe, dass wir alle zu diesen Glücklichen dazugehören!

   Wenn wir Gott unseren Gott nennen können, dann werden wir durch den Heiligen Geist danach streben, wie Gott zu sein, wir werden sein göttliches Bild auf unseren Seelen eingeprägt haben und uns anstrengen, Jünger dieses Gottes zu sein, der unser Vater ist. Und das bringt uns zum anderen Teil des Textes: „Dein Gott, dein Glanz.“ Was bedeutet das? Die größte Ehre, die ein armer Gläubiger sich auf Erden denken kann, ist, sich damit zu rühmen, dass Gott sein Gott ist. Als es David vorgeschlagen wurde, die Tochter des Königs zur Frau zu nehmen, wenn er hundert Philister töten würde, und sie war keine besonders gute Ehefrau und stellte sich nicht als großer Gewinn für ihn heraus, da sagt er: „Haltet ihr es für eine Kleinigkeit, Schwiegersohn eines Königs zu werden?“ 141Sam 18,23 Ein armer Bursche wie ich hier mit meinem Hirtenstab in der Hand, was! mit einer Königstochter verheiratet zu werden, haltet ihr das für eine Kleinigkeit? Und wenn David dachte, dass es keine Kleinigkeit sei, mit einem König durch seine Tochter verbunden zu sein, was für eine großartige Sache muss es dann sein, mit dem Herrn durch einen Geist verbunden zu sein? Ich befürchte, es gibt einige Leute, die früher arm waren und die jetzt reich sind, die denken, dass es eine großartige Sache sei, die sich wünschen, „oh, dass meine Familie ein Wappen besitzen würde“; manche Leute wären bereit, tausend Pfund für eins zu bezahlen. Wappen sind sehr angemessen, um im Leben eine Unterscheidung zu machen, sehr viele Leute tragen Wappen, welche ihre Vorfahren ehrenvoll erworben haben, aber sie sind eine Schande für die, die sie auf ihren Sofas tragen. Aber das ist unser Glanz, ob wir zu Fuß gehen oder in einer Kutsche fahren, egal, wie unser Stammbaum aussieht, das ist unsere Ehre, dass Gott unser Glanz sein möge. „Oh seht“, sagt einer, „welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen“; 151Joh 3,1 nicht aus dem Willen des Fleisches geboren, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren. 16Joh 1,13 O Gott, gebe, dass dies euer Glanz und meiner sei!

   Meine Brüder, wenn Gott unser Gott ist und unser Glanz, ich werde euch sagen, wodurch wir das beweisen sollen. Ob wir nun essen oder trinken oder was wir auch tun, wir sollten alles zur Ehre Gottes tun. 171Kor 10,31 Religion, wie ich euch oft gesagt habe, verwandelt unser ganzes Leben in ein andauerndes Opfer der Liebe zu Gott. So wie eine Nadel, wenn sie einmal von einem Magnetstein berührt wurde, sich immer zu einem bestimmten Pol dreht, so dreht sich ein Herz, das von der Liebe Gottes berührt worden ist, wieder zu seinem Gott. Immer wenn ich an Bord eines Schiffes bin, habe ich die Gelegenheit, darüber nachzudenken. Sobald ich an Bord komme, platziere ich mich im Allgemeinen auf einen besonderen Platz unter dem Kompass, der über meinem Kopf hängt. Ich schaue oft darauf, am Tag und in der Nacht. Wenn ich aufstehe, zeigt die Nadel in Richtung auf einen Punkt und wenn ich zu Bett gehe, sehe ich, dass sie noch in dieselbe Richtung zeigt. Und oft hat sich mein Herz zu Gott gedreht, während ich den Kompass angeschaut habe und gesagt: „Herr Jesus, so wie diese Nadel, berührt vom Magneten, sich in die Richtung von einem Punkt dreht, o möge mein Herz, berührt vom Magneten von Gottes Liebe, sich in seine Richtung drehen!“ Sehr viele Leute denken, dass man Gott nur in der Kirche anbetet; und sehr viele sind an den Sonntagen sehr sittsam, obwohl viele damit beginnen, damit aufzuhören. Ich weiß von keinem anderen Ort auf Erden, wo der Sabbat so gehalten wird, wie in Boston; wenn eine einzelne Person auf der Straße in Boston zur Zeit des Gottesdienstes unterwegs wäre, dann würde sie sich strafbar machen. Das wird nicht armen, unbedeutenden Männern anvertraut, sondern die öffentlichen Autoritäten laufen zur Zeit des Gottesdienstes umher mit einem weißen Stab und wenn sie irgendjemanden erwischen, der auf der Straße unterwegs ist, dann verhaften sie ihn und zeigen ihn an. Oh! Die großen Unannehmlichkeiten, welche die armen frommen Leute kürzlich

 erlitten haben, weil die Stadt von den Soldaten gestört worden ist! Als die Trommeln vor dem Haus von Dr. Sewall 18Samuel Sewall (1652–1730), puritanischer Richter und führender Amtsträger in Boston. geschlagen wurden, einem der heiligsten Männer, die je gelebt haben, als er krank war und im Sterben lag, am Sabbattag, an seiner Versammlung, wo niemals zuvor auch nur ein Geräusch von einer einzigen Person zu hören gewesen war, und er bettelte, dass sie um Christus willen nicht trommeln würden; da fluchten sie und sagten, dass sie trommeln würden, damit es ihm noch schlechter ginge. Das ist kein Handeln zu Gottes Verherrlichung. Aber wenn eine Seele auf Gott ausgerichtet ist, dann ist jeder Tag ein Sabbat, jede Mahlzeit ist eine geistliche Erfrischung und jeder Satz, den sie spricht, sollte eine Predigt sein; und ob sie auf Reisen ist oder daheim, ob sie auf dem Marktplatz ist oder im stillen Kämmerlein, sie kann sagen: „O Gott, du bist mein Gott!“

   Nun, meine lieben Freunde, könnt ihr sagen, wagt ihr es, zu sagen, dass euer Gott euer Glanz ist und ist es euer Ziel, den Herrn, euren Gott, zu verherrlichen? Wenn Gott euer Glanz ist, dann sagt: „Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ 19Gal 6,14 Was sagt ihr jetzt dazu? Sprecht nicht davon, dass Gott euer Glanz ist, wenn ihr nicht sein Kreuz liebt. Wenn Gott unser Glanz ist, dann sollten wir darin glänzen, nicht nur etwas für ihn zu tun, sondern auch für ihn zu leiden; wir sollten glänzen in Widrigkeiten und uns selbst als hochgeehrt betrachten, wenn wir dazu berufen werden, um seines großen Namens willen am schlimmsten zu leiden. Ich könnte das noch weiter ausführen, aber ihr könnt leicht an meiner armen schwachen Stimme in der letzten Woche erkennen, dass weder meine stimmliche noch meine körperliche Kraft es mir erlauben werden, heute Abend lange zu sprechen und trotzdem möchte ich es wagen, euch euren letzten Abschiedsgruß zu geben; und obwohl mir davon abgeraten wurde, aufzustehen um heute Abend zu predigen, habe ich trotzdem gedacht, dass ich, so wie mein Gott mein Glanz ist, darin glänzen sollte, zu predigen, bis ich sterbe. O dass Gott all unser Glanz sein möge! All unser eigener Glanz verblasst und am großen Tag wird nichts von Wert sein außer diesem: „Du bist mein Gott, und du bist mein Glanz.“

Es war eine herrliche Wendung, die der gute Mr. Shepherd aus Bradford 20Samuel Shepherd († 1649), puritanischer Prediger in Bradford, Wiltshire, von Zeitgenossen wegen seiner Frömmigkeit und seelsorgerlichen Treue geschätzt. in einer seiner Predigten erwähnt, wo er Jesus Christus darstellt, wie er zum Gericht kommt, sitzend auf seinem Thron, in einer Predigt, die er vor ein paar Gottesdienern gehalten hat. Christus ruft einen Geistlichen zu sich. „Bitte, was hat dich zur Kirche gebracht?“ „Oh“, sagt er, „Herr, es gab eine Pfarrstelle in der Familie, und ich wurde dort eingeführt, weil es der Lebensunterhalt der Familie war.“ „Bleib du dort stehen“, sagt Christus. Ein zweiter kommt. „Was ist der Grund, dass du in die Kirche eingetreten bist?“ „O Herr“, sagt er, „ich hatte eine schöne Ausdrucksweise, ich hatte eine gute Stimme, und ich ging zur Kirche, um meine Redekunst und meine Stimme zu zeigen.“ „Bleib du dort stehen, du hast deinen Lohn gehabt.“ Ein dritter wird gerufen: „Und was hat dich in die Kirche gebracht?“ „Herr“, sagt er, „du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich eine arme Kreatur bin, abscheulich und jämmerlich und unwürdig und hilflos, aber ich appelliere an dich, meinen Glanz, du sitzt auf dem Thron, dass dein Glanz und das Wohl der Seelen mich dorthin gebracht haben.“ Christus sagt sofort: „Macht Platz, Menschen, macht Platz, Engel, und bringt diese Seele herauf, um neben mir auf meinem Thron zu sitzen.“ So soll es mit all denen getan werden, die Gott hier unten zu ihrem Glanz machen. Verherrlicht Gott auf Erden, und er wird euch im Himmel verherrlichen. „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt;“ 21Mt 25,34 das soll euer Anteil sein. Und wenn das so ist, dann möge der Herr Gott der Allmächtige uns damit zufrieden sein lassen, verleumdet zu werden, während wir hier sind, uns damit zufrieden sein lassen, verachtet zu werden, während wir unten sind, uns damit zufrieden sein lassen, dass böse Dinge von uns geredet werden, alles um Christi willen. Aber nur noch eine kleine Weile, und Christus wird den Stein wegrollen. Und je mehr wir durch seine Gnade damit geehrt werden, zu leiden, desto mehr werden wir im Himmelreich geehrt werden. O dieser Gedanke! O dieser gesegnete Gedanke! O dieser die Seele erhebende Gedanke! Er ist genug, um uns in einen Feuerofen springen zu lassen. In diesen Geist, in dieses Temperament möge Gott jeden einzelnen von uns versetzen.

   Wenn hier unter euch welche sind, die Gott noch nicht ihren Gott genannt haben, dann möge Gott euch heute Abend helfen, das zu tun. Als ich hin- und hergerissen war, ob ich heraufkommen sollte und ob es meine Pflicht sei oder nicht, da konnte ich nicht anders, als zu denken, wer weiß, vielleicht segnet Gott einen armen, schwachen Wurm heute Abend. Ich erinnere mich, wie ein lieber Freund mir diese Nachricht zukommen ließ, nachdem ich nach Georgia abgereist war: „Deine letzte Predigt im Tabernakel 22(engl. „Stiftshütte“), Name des Kirchengebäudes von Whitefields Methodistengemeinde in London, Moorfields wurde zum Segen für eine bestimmte Person.“

   Ich habe heute von dieser Person gehört, und wer weiß, vielleicht kommen heute welche und sagen: „Ich werde hingehen und hören, was dieser Schwätzer wohl sagen will.“ 23Apg 17,18 Wer weiß, und aus der Neugier könnte etwas Gutes entstehen? Wer weiß, ob nicht diejenigen, die bisher der Fleischeslust und dem Hochmut des Lebens 241Joh 2,16 als ihrem Gott gedient haben, jetzt vielleicht den Herrn als ihren Gott annehmen könnten? Oh! Wenn ich nur das sehen könnte, ich denke, ich könnte dann tot für euch umfallen.

   Meine lieben Christen, wollt ihr mir heute Abend nicht helfen, ihr, die direkt Gott euren Gott nennen könnt? Geht und bittet bei Gott für mich, betet zum Himmel für mich, betet doch für die, die in der Galle der Bitterkeit sind, 25Apg 8,23 die keinen Gott haben, keinen Christus, zu dem sie gehen können, und wenn sie heute Nacht sterben würden, würden sie für immer verdammt sein. O armer Sünder, wo ist dann dein Glanz? Wo sind dann euer Purpur und kostbares Leinen 26Lk 16,19? Eure purpurroten Roben werden sich in purpurrotes Feuer verwandeln, und statt Gott euren Gott zu nennen, werdet ihr mit dem Teufel zusammen verdammt sein. Oh, denkt an eure Gefahr! O Land, Land, Land, höre das Wort des Herrn! 27Jer 22,29 Wenn ihr vorher noch nie aufgeweckt worden seid, dann mögen die Pfeile Gottes, getränkt im Blut Jesu Christi, eure Herzen jetzt erreichen! Denkt darüber nach, wie ihr in Feindschaft mit Gott lebt, denkt an eure Gefahr, an jedem Tag und in jeder Stunde, in die Hölle zu stürzen. Denkt daran, wie eure Freunde in der Herrlichkeit euch verlassen werden, und möge diese Überlegung unter dem Einfluss des Heiligen Geistes euch dazu anregen, Gott als euren Gott zu wählen! Auch wenn die Sonne untergeht, auch wenn die Schatten des Abends länger werden, ist Gott willig, o Mann, ist Gott willig, o Frau, der Gott eines Sünders zu sein, er hat einen Weg herausgefunden, durch den er mit euch versöhnt sein kann. Ich erinnere mich, als ich einen Adligen sah, der zum Tode durch den Strang verurteilt worden war, und der Lord High Steward 28Der Lord High Steward war der höchste Hofbeamte Englands und fungierte in Hochverratsprozessen gegen Adelige als Vorsitzender des zuständigen Gerichts. sagte zu ihm, dass er dazu verpflichtet war, das Urteil über ihn zu verkünden und nicht von einer anderen Möglichkeit wüsste, wie in dieser Welt die Gerechtigkeit zu befriedigen sei als durch die Vollstreckung, trotzdem könnte es sein, dass es einen Weg gebe, wodurch die Gerechtigkeit befriedigt und Barmherzigkeit geübt werden könnte in einer anderen Welt; als ich seine Lordschaft sprechen hörte, wünschte ich, dass er nicht nur gesagt hätte, „es könnte sein, dass es einen Weg gibt“, sondern dass er den Weg herausgefunden hätte, durch den Gott gerecht sein könnte und dennoch ein armer Mörder, der zu Jesus Christus kommt, begnadigt werden würde.

   Ihr, die ihr Gott euer Eigen nennen könnt, Gott helfe euch, von diesem Moment an ihn mehr und mehr zu verherrlichen. Und wenn Gott euer Gott ist und euer Glanz, dann bin ich überzeugt davon, wenn die Liebe Gottes in euren Herzen überfließt, dann werdet ihr willig sein, bei jeder Gelegenheit alles zu tun, um seine Ehre und Herrlichkeit zu fördern Und deswegen werdet ihr jederzeit willig sein, Unterstützung zu leisten und zu helfen, soweit es in eurer Macht steht, Orte der Anbetung zu erhalten und seine Herrlichkeit in der Rettung und Bekehrung von Sündern zu fördern und ich erwähne das, weil es heute Abend eine Kollekte geben wird; ich hätte es, wenn möglich, vorgezogen, diesen Punkt zu vermeiden. Aber weil das Tabernakel renoviert wurde und die Kosten ziemlich hoch sind, und weil ich gerne alles schuldenfrei hinterlassen würde, habe ich meinen Freunden gesagt, dass ich es unternehmen werde, eine Kollekte zu machen, so dass alles gut erledigt zurückbleibt. Denkt daran, es ist nicht für mich, sondern für euch selbst, ich habe euch am Mittwoch bereits erzählt, wie die Dinge stehen. Ich reise nun zum dreizehnten Mal über das Wasser auf meine eigenen Kosten, und ihr werdet am großen Tag wissen, wie wenig, wie sehr wenig Unterstützung ich von denen erhalten habe, die unter Gott ihre Seelen meiner Anwesenheit hier verdanken. Aber das ist für den Ort, wo ihr euch treffen werdet, und wo ich hoffe, dass Gott euch dort treffen wird, wenn ich auf den Fluten schaukele, wenn ich in einem fremden Klima bin. Ich denke, ich kann sagen: „Dein Glanz, o Gott, ruft mich fort.“ Und weil ich auf die sechzig zugehe, werde ich erledigen, was ich kann, und wenn ich verschont werde, dass ich zurückkommen kann, dass ich dann hören werde, dass einige von euch im Himmel sind oder dem Himmel nähergekommen sind als vorher. Ich habe erfahren, dass noch 70 Pfund Rückstände bestehen; ich hoffe, ihr werdet nicht davonlaufen, wenn ihr sagen könnt: „Gott ist mein Glanz“, dann werdet ihr euch nicht gegenseitig zur Seite stoßen, als ob ihr euch in der Menge verstecken wollt und sagen: „Niemand sieht mich.“ Aber sieht euch nicht Gott der Allmächtige? Ich hoffe, dass ihr bereit seid, einen Beitrag zu leisten, und wenn ich fort bin, dass Gott mit euch sein wird. Weil viele von euch mich am Mittwochmorgen nicht hören werden, o möge dies euer Gebet sein: Oh, um Jesu Christi willen, in dessen Namen ich predige, in dessen Stärke ich es mir wünsche, aufzutreten und zu dessen Ehre ich es mir wünsche, mich zu verausgaben, oh, legt ein Wort für mich ein, es wird euch nicht viel Zeit kosten, es wird euch nicht einen Augenblick von euren Geschäften abhalten: „O Herr Jesus Christus, du bist sein Gott! Und, Herr Jesus Christus, sei du sein Glanz!“ Wenn ich in den Fluten sterbe, dann werde ich durch Wasser in den Himmel kommen; wenn ich beim Waisenhaus lande, dann hoffe ich, dass es ein Mittel dazu sein wird, eine Grundlage zu legen, dass zehntausend Personen unterrichtet werden können; und wenn ich über den Kontinent reise, so wie ich es beabsichtige, dann hoffe ich, dass Gott mich dazu befähigen wird, Christus zu predigen; und wenn ich wieder zurückkomme, dann wird mein Leben dem Dienst für euch gewidmet sein. Ihr müsst mich entschuldigen, ich kann nicht viel mehr sagen, meine Gefühle überwältigen mich und ich wünschte mir von Herzen und ich bitte euch um den Gefallen, wenn ich euch verlassen muss, dass ihr mich davon entschuldigt, mich persönlich von euch zu verabschieden; nehmt mein öffentliches Lebewohl. Ich werde für euch beten, wenn ich in der Kabine bin; ich werde für euch beten, wenn Stürme und Unwetter mich umgeben und das soll mein Gebet sein, für die lieben Menschen vom Tabernakel, für die lieben Menschen von der Chapel, 29(engl. „Kapelle“), Name des von Whitefield gebauten Kirchengebäudes in London, Tottenham Court Road für die lieben Menschen Londons: O Gott, sei du ihr Gott! Und gewähre, dass ihr Gott ihr Glanz sein möge. Ja komm, Herr Jesus! Amen. 30Offb 22,20

Fussnoten

  • 1
    Ps 87,3
  • 2
    1Kor 1,12
  • 3
    Jes 60,12
  • 4
    2Mo 2,20
  • 5
    Hes 37,27
  • 6
    Heb 12,29
  • 7
    2Kor 5,20
  • 8
    Jes 48,22
  • 9
    Ignatius von Antiochien († um 110 n. Chr.) war ein frühchristlicher Bischof und Märtyrer, der auf dem Weg zu seiner Hinrichtung in Rom mehrere Briefe an Gemeinden schrieb, die zu den wichtigsten Zeugnissen der frühkirchlichen Theologie gehören.
  • 10
    2Kor 6,16-18
  • 11
    1Joh 5,10
  • 12
    James Hervey (1714–1758), anglikanischer Geistlicher und Schriftsteller. Leidenschaftliche Frömmigkeit und Himmelssehnsucht prägen seine Werke
  • 13
    2Tim 4,7
  • 14
    1Sam 18,23
  • 15
    1Joh 3,1
  • 16
    Joh 1,13
  • 17
    1Kor 10,31
  • 18
    Samuel Sewall (1652–1730), puritanischer Richter und führender Amtsträger in Boston.
  • 19
    Gal 6,14
  • 20
    Samuel Shepherd († 1649), puritanischer Prediger in Bradford, Wiltshire, von Zeitgenossen wegen seiner Frömmigkeit und seelsorgerlichen Treue geschätzt.
  • 21
    Mt 25,34
  • 22
    (engl. „Stiftshütte“), Name des Kirchengebäudes von Whitefields Methodistengemeinde in London, Moorfields
  • 23
    Apg 17,18
  • 24
    1Joh 2,16
  • 25
    Apg 8,23
  • 26
    Lk 16,19
  • 27
    Jer 22,29
  • 28
    Der Lord High Steward war der höchste Hofbeamte Englands und fungierte in Hochverratsprozessen gegen Adelige als Vorsitzender des zuständigen Gerichts.
  • 29
    (engl. „Kapelle“), Name des von Whitefield gebauten Kirchengebäudes in London, Tottenham Court Road
  • 30
    Offb 22,20