Christus, die Zuflucht der Gläubigen

Psalm 46, 2–6: Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, als Hilfe in Nöten wohlbewährt befunden. Darum bangen wir nicht, wenngleich die Erde vergeht, wenn Berge mitten im Meer versinken; mögen tosen, mögen schäumen seine Wogen, mögen beben die Berge von seinem Ungestüm. Ein Strom ist da: seine Bäche erfreuen die Gottesstadt, das Heiligtum, die Wohnung des Höchsten. Gott ist in ihrer Mitte: sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen früh am Morgen.“

Bei den alten Juden gab es die Überlieferung, dass das Manna, das vom Himmel herabkam, zwar nur ein winzig kleines Korn war so wie Koriandersamen, aber für jeden den passenden Geschmack hatte; wie Milch für die Babys und wie deftiges Fleisch für die Erwachsenen. Ob diese Annahme auf Fakten basiert oder nicht, jedenfalls gilt diese Beobachtung in großem Maße auch in Bezug auf die Worte Davids. Denn wenn wir Augen zum Sehen und Ohren zum Hören haben, wenn es Gott wohlgefallen hat, die Decke von unseren Herzen wegzunehmen, 12Kor 3,15 dann werden wir durch glückliche Erfahrung erkennen, dass, ganz egal wie unsere Umstände aussehen mögen, das Buch der Psalmen als geistliches Magazin dienen kann, aus dem wir in Zeiten des härtesten Kampfes geistliche Waffen beziehen können und zwar gilt das ganz besonders für diejenigen, die in Schwierigkeiten stecken, wenn die Hand des Herrn ganz offensichtlich wider sie ist, 25Mo 2,15 wenn der Unglaube dazu tendiert, sie sagen zu lassen: „Dies alles ist über mich gekommen!“ 31Mo 42,36 Wenn wir dann die Geistesgegenwart haben, uns an das Buch der Psalmen zu wenden, können wir dort etwas finden, das zu unserem Fall passt, ein Wort, das uns dabei erfrischt, unseren geistlichen Feind zu verjagen. Das gilt ganz besonders für den 46. Psalm, aus dem ich euch eben einen Teil vorgelesen habe, und von dem ich bete, dass der gepriesene Geist Gottes ihn auf jedes einzelne unserer Herzen anwenden möge. Es ist unklar, zu welchem Zeitpunkt oder aus welchem Anlass David ihn geschrieben hat; wahrscheinlich unter dem Einfluss einer schlimmen Krise, die ihn ausdrucksstark werden ließ, oder als die Krise vorüber war, als sein Herz vor Dankbarkeit und Liebe überfloss, und als aus der Fülle seines Herzens sein Griffel zum Griffel eines guten Schreibers 4Ps 45,2 wurde. Es war ein Lieblingspsalm von Luther; denn immer, wenn Melanchthon, der von melancholischer Natur war, oder einer seiner Freunde ihm traurige Nachrichten brachten, sagte er: „Kommt, kommt, lasst uns den Psalm 46 singen“; und wenn er diesen gesungen hatte, wurde sein Herz ruhig. Möge jeder aufrichtig Trauernde hier und jede Person mit Kummer dasselbe erleben. Wenn ich ihn lese, weiß ich nicht, was ich mehr bewundern soll: Die Frömmigkeit oder die Poesie, das Thema oder den Stil; und ich glaube, ich kann es wagen, alle Kritiker der Welt herauszufordern, mir irgendein Werk von Pindar oder Horaz zu zeigen, das in irgendeiner Weise an die Diktion dieses Psalms heranreicht, wenn man ihn als rein menschlich betrachtet. Wer Ohren hat zu hören, der höre: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, als Hilfe in Nöten wohlbewährt befunden.“ Bleiben wir hier kurz stehen, meine Freunde, lasst uns einen Augenblick innehalten, und bevor wir weitergehen, möge der Herr uns helfen, Trost aus diesem allerersten Vers zu ziehen: Denn beachtet bitte, es heißt nicht: „Gott ist meine Zuflucht“, David sagt das in einem anderen Psalm, aber hier sagt er: „Gott ist unsere Zuflucht“. Er spricht im Plural, und das deutet somit an, dass dieser Psalm nicht zur privaten Interpretation gedacht war, sondern gedacht war zum Trost und zur Ermutigung aller Gläubigen, bis keine Zeit mehr sein wird. 5Offb 10,6 Beachtet den Höhepunkt: „Gott ist unsere Zuflucht“ ist eine Stufe; „Gott ist unsere Stärke“ eine weitere; „Gott ist eine Hilfe“, und nicht nur das, sondern eine bewährte Hilfe, ja, eine „wohlbewährte” Hilfe, nämlich gerade dann, wenn wir sie am meisten brauchen, „in Nöten.“ Es wird hier vorausgesetzt, dass alle aus dem Volk Gottes jeweils ihre Nöte haben werden, „der Mensch wird zur Mühsal geboren, wie die Funken des Feuers emporfliegen;“ 6Hi 5,7 und wenn wir als Menschen zur Mühsal geboren werden, dann umso wieviel mehr als Christen. Wir vergessen uns selbst und die Position, in die Gott uns platziert hat, wenn wir nur davon zu träumen anfangen, dass wir eine lange Ruhepause von der Mühsal haben könnten, solange wir hier unten sind. Der Erlass ist ergangen, wie das Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist; 7Dan 6,9 durch Bedrängnisse, durch viele Bedrängnisse müssen wir alle gehen; 8Apg 14,22 aber gepriesen sei Gott, wir werden hindurch getragen werden; und gepriesen sei Gott, die Herrlichkeit wird das Ende davon sein –Gott gebe uns, dies zu wissen durch glückliche eigene Erfahrung!

   „In der Welt“, sagt unser gepriesener Herr, „habt ihr Bedrängnis;“ 9Joh 16,33 Bedrängnis und Schwierigkeiten von verschiedenen Arten; und an einer anderen Stelle sagt er: „Wenn jemand mir nachfolgen will, so nehme er sein Kreuz auf täglich und folge mir nach;“ 10Lk 9,23 so dass wir an dem Tag, an dem wir kein Kreuz auf uns nehmen, wie Titus sagen können: „Ich habe einen Tag verloren!“ 11Titus (41 – 81 n. Chr.) römischer Kaiser: „Diem perdidi!“ als er darüber nachdachte, dass er an diesem Tag noch nichts Gutes getan hatte. Aber was sollen wir tun, meine lieben Zuhörer, wenn die Mühsal kommt, wenn eine Not nach der anderen kommt und Bedrängnisse uns zu verfolgen scheinen, wo immer wir auch hingehen; aus dem Nichts aufzutauchen scheinen, um uns dort zu begegnen, wo wir gerade entlang gehen? Nun, gepriesen sei Gott, wenn wir einen Anteil an Christus haben, merkt euch das, wenn wir einen Anteil an Christus haben, dann ist Gott unsere Hilfe, Gott ist unser Asyl, unsere Zufluchtsstadt, 12Jos 20,2 ein Ort, den Gott selbst bestimmt hat, zu dem die verfolgten Heiligen durch den Glauben fliehen können und dort sicher sind. Die Gottlosen haben keine Ahnung davon; wenn sie in Nöten sind, was ist ihre Zuflucht? Lasst eine Seele sich in geistlicher Not befinden und ausrufen: „Was muss ich tun, um gerettet zu werden?“ 13Apg 16,30 Lasst ihn zu einem fleischlichen Pastor gehen, einem unbekehrten Elenden, der von der Sache nichts versteht, da wird zu ihm gesagt: „Oh! Geh und spiel ein harmloses Kartenspiel, und lenke dich ab“; das ist, als würde man sagen: „Der Teufel muss dein Zufluchtsort sein.“ Weltliche Menschen haben weltliche Zufluchten; und Kain schien es ernst zu meinen, als er sagte: „Meine Strafe ist zu groß, als dass ich sie tragen könnte!“ 141Mo 4,13 Was macht er? Er geht und lenkt sich selbst ab, indem er eine Stadt baut, geht weg und amüsiert sich damit, eine Stadt zu bauen.

   Der Teufel, meine Brüder, wird es euch erlauben, euch zu amüsieren; ihr könnt eure Auswahl an Ablenkungen haben, kümmert euch nur darum, von Gott abgelenkt zu werden, und der Teufel hat euch sicher. Aber der Gläubige hat etwas Besseres: Der Glaube wird die Zuflucht der Lüge hinwegfegen, 15Jes 28,17 und der Gläubige wendet sich an seinen Gott und sagt: „Oh mein Gott, du sollst meine Zuflucht sein.“Der Teufel verfolgt mich, meine falschen Freunde schmieden Pläne gegen mich, mein eigenes böses Herz selbst belästigt mich, meine Feinde sind meine eigenen Hausgenossen; 16Mt 10,36 aber du, o Gott, du sollst meine Zuflucht sein, dorthin werde ich fliehen. Mit diesen Worten kann gesagt werden: „Gott ist unsere Zuflucht.“ Die Frage ist, was soll ich tun, um ihn zu meiner Zuflucht zu machen? Wie soll mir geholfen werden, das tun zu können? Du schreibst mir vor, zu fliehen; du sagst, ich muss dorthin fliegen, aber wo soll ich Flügel herbekommen? Wie soll ich unterstützt werden? Hier ist ein gesegnetes Wort, Gott wird nicht nur unsere Zuflucht sein, sondern auch: Gott wird unsere Stärke sein. Stärke, was ist Stärke? Nun, meine Brüder, jeden Tag voller Schwierigkeiten durch seine Kraft für uns so leicht zu machen, wie als ob er uns hindurchträgt; Gott hat es gesagt und er hält sich auch daran: „Wie deine Tage, so sei deine Kraft!“ 175Mo 33,25 Betrübnisse erscheinen sogar aus der Ferne sehr bedrohlich, wenn sie aus der Sicht des Unglaubens betrachtet werden. Unsere Ängste sagen:“ O mein Gott, wenn ich auf diese oder jene Weise geprüft werden soll, wie soll ich das ertragen?“ Aber wir wissen nicht, was wir ertragen können, bis die Prüfung kommt, und wir wissen nicht, welche Stärke Gott uns geben kann oder was für ein starker Gott er sein wird, bis es ihm wohlgefällt, uns in einen Glutofen des Elends 18Jes 48,10 zu stecken; und deshalb heißt es nicht nur, dass Gott unsere Zuflucht und unsere Stärke ist, sondern auch, dass Gott unsere Hilfe ist. Was für eine Hilfe? Nun, meine lieben Freunde, Hilfe, um uns in der Not zu unterstützen; Hilfe, um uns zu trösten, solange die Not anhält; und gepriesen sei Gott, dass die Hilfe uns nie verlassen wird, bis uns vollständig darüber hinweg und hindurch geholfen worden ist. Aber was für eine Art von Hilfe ist es? O gepriesen sei Gott, er ist eine, befundene Hilfe. Wir könnten einen Helfer haben, aber er könnte gerade weit fort sein; ich könnte krank sein, ich könnte einen Arzt benötigen und könnte gezwungen sein, meilenweit nach einem zu schicken; er wäre vielleicht ein Helfer, wenn er hier wäre, aber was soll ich jetzt tun, wo er weit fort ist? Das kann man von Gott nicht sagen, er ist nicht nur eine Hilfe, sonderner ist eine befundene Hilfe: Die Tore des Neuen Jerusalems stehen stets offen bei Tag und bei Nacht. 19Jes 60,11 Wir müssen keine Angst haben, zu Gott zu rufen; wir können über unseren Gott nicht sagen, wie Elia über Baal, vielleicht denkt er nach oder er ist beiseitegegangen oder ist auf Reisen, oder er schläft vielleicht. 201Kön 18,27 Es ist nicht so mit unserem Gott, er ist eine befundene Hilfe; ebenfalls ist er eine ausreichende Hilfe, das heißt, eine wohlbewährte Hilfe, und zudem auch noch in Nöten befunden. Man muss nur ein kurzes Schreiben senden, ich meine ein kurzes Gebet, auf den Flügeln von Glauben und Liebe, und Gott, meine Brüder, wird herabkommen und uns helfen. Nun, dazu gibt David sein „Probatum est“, David beweist es durch seine eigene Erfahrung, und deshalb, wenn Gott unsere Zuflucht ist, deshalb, wenn Gott unsere Stärke ist, wenn Gott unsere Hilfe ist, wenn Gott eine bewährte Hilfe ist, wenn Gott eine wohlbewährte Hilfe ist, und zwar in Nöten befunden, was dann? Darum fürchten wir uns nicht. ”Darum” ist eine Schlussfolgerung, und es ist eine sehr natürliche Schlussfolgerung, die natürlich aus den vorangegangenen Prämissen gezogen worden ist; denn Paulus sagt: „Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?“ 21Röm 8,31

   Es gibt keinen größeren Feind des Glaubens als sklavische Furcht und Unglauben. Meine Brüder, der Teufel hat einen Vorteil über uns, wenn er uns in einen Zustand der Furcht versetzt hat; in gewissem Sinne sollten wir uns in der Tat immer fürchten, ich meine mit einer kindlichen Furcht. Wohl dem Menschen, in diesem Sinne, der beständig in der Furcht bleibt; 22Spr 28,14 aber, meine Brüder, haben wir starken Glauben an einen Gott der Zuflucht? Das verbietet uns nämlich, uns zu fürchten. „Sollte ein Mann wie ich fliehen?“ 23Neh 6,11 sagt Nehemia. Und der Christ kann sagen: „Sollte ein Gläubiger an Jesus Christus sich fürchten?“ Sollte ich mich fürchten, dass mein Gott mich verlassen wird? Sollte ich mich fürchten, dass mein Gott mich nicht unterstützen wird? „Nein“, sagt David, „wir fürchten uns nicht.“ Und wieso? Nun wenn Berge mitten im Meer versinken; mögen tosen, mögen schäumen seine Wogen, mögen beben die Berge von seinem Ungestüm.“ Wo ist jetzt Horaz, wo ist Pindar? Lasst sie herkommen und sich vor dem lieblichen Sänger Israels 242Sam 23,1 verneigen. In keiner menschlichen Komposition auf der Welt gibt es eine solch kühne Bildersprache. Kann irgendetwas noch großartiger, noch bedeutender erscheinen als das? Stellt euch vor, wie es vor einigen Jahren mit uns war, als ein übereifriger Narr uns mit einem dritten Erdbeben drohte; stellt euch vor, wie es mit uns war, als Gott uns im selben Jahr zwei erschreckende Erdbeben sandte; wäre die Erde zu jener Zeit nicht nur erschüttert worden, sondern „vergangen“, wäre den Quellen des Meeres erlaubt worden, über uns hereinzubrechen und alle Berge Englands vor sich herzutragen, was für ein fürchterliches Zittern müsste uns alle unweigerlich befallen haben? David stellt sich vor, dass das der Fall sein könnte, und ich glaube, am großen Tag wird es etwas in dieser Art sein: Die Erde und die Werke darauf werden verbrennen; 252Petr 3,10 und, meine Brüder, was sollen wir dann tun, wenn Gott nicht unsere Zuflucht ist, wenn Gott nicht unsere Stärke ist?

   Wir können die Anwendung auch auf zivile Unruhen machen: David war kurz zuvor von den Philistern und anderen Feinden bedrängt worden, die drohten, ihm das Leben zu nehmen; und es gibt bestimmte Zeiten, in denen wir allein gelassen werden. Das kann auch, meine Brüder, auf Trost von anderen Geschöpfen angewendet werden: Manchmal scheint es, dass die Erde vergeht, was ist dann? Nun, alle Freunde, an denen wir Freude finden, unsere vertrautesten Freunde, unsere Seelenfreunde, Freunde durch Natur und Freunde durch Gnade, sie können durch den Schlag des Todes vergehen und von uns entfernt werden; wir wissen nicht, wie bald dieser Schlag kommen kann, er kann zu einer Stunde kommen, da wir es nicht meinen; 26Mt 24,22 die Berge selbst, all die Dinge, die uns umgeben und uns eine dauerhafte Szene des Trostes versprechen, sie selbst können schon bald aus unserem Blickfeld vergehen. Was sollen wir dann tun? Sie könnten mitten im Meer versinken; was bedeutet das? Unsere Freunde könnten ins stille Grab gelegt werden, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. 27Ps 103,16 Davon zu reden ist leicht, aber es ist nicht so leicht, diese Dinge auszuhalten. Aber der Glaube, meine Brüder, lehrt uns zu sagen: „Auch wenn alle Freunde fort sind, gepriesen sei Gott, Gott ist nicht fort.“ So wie die Tochter einer edlen Dame zu ihrer Mutter sagte, als diese wegen des Todes eines ihrer kleinen Kinder weinte, die vierjährige Tochter sagte: „Liebe Mama, ist Gott der Allmächtige tot, dass du so lange um meine Schwester weinst?“ Nein, er ist nicht tot und er schläft auch nicht. Aber hier wird die Metaphorik kühner, die Bildersprache stärker und die Ähnlichkeit markanter, „mögen tosen, mögen schäumen seine Wogen, mögen beben die Berge von seinem Ungestüm.“ Was, wird uns das nicht Furcht einjagen? Wird uns das nicht von unserer Grundlage, unserem Fundament abschütteln und die Wurzeln ausreißen? Nein, nein, auch dann muss der Gläubige sich nicht fürchten; warum? „Gott ist in ihrer Mitte.“ Erinnert ihr euch nicht, dass Gott zu Mose aus dem Dornbusch heraus sprach? Stand er in einiger Entfernung und rief ihn aus einiger Entfernung zum Busch? Nein, die Stimme kam mitten aus dem Dornbusch: „Mose, Mose!“ 282Mo 3,4 so wie es Henry Ainsworth sagte, der ein geistlicher Kritiker war.

   Lernt daraus, dass in all unserer Bedrängnis Gott auch bedrängt ist; 29Jes 63,9 er ist in der Mitte des Dornbuschs; und oh! es ist eine süße Zeit für die Seele, wenn Gott zu ihr aus dem Dornbusch spricht, wenn sie in Bedrängnis ist und die ganze Zeit über mit ihm redet. Obwohl er durch das Feuer, von dem er umgeben war, mit der sofortigen und völligen Zerstörung bedroht war, brannte der Dornbusch im Feuer und wurde doch nicht verzehrt. 302Mo 3,2 Ich weiß nicht, ob ich es euch schon erzählt habe, aber ich glaube, ich habe es denen in Tottenham Court erzählt, und vielleicht auch schon hier, dass jeder Christ ein Wappen hat, und ich werde es euch geben, direkt aus der Heraldik Christi: Das ist der brennende Busch; jeder Christ wird verbrannt, aber nicht verzehrt. Aber wie funktioniert das, dass der Heilige hochgehalten wird, woher erhält er seine Stärke; oder wie wird diese Stärke, diese stützende, tröstende Stärke, seinem Herzen zugeführt? Lest ein wenig weiter, dann findet ihr, dass David sagt: „Ein Strom ist da.Bitte beachtet das: „Ein Strom ist da: seine Bäche erfreuen die Gottesstadt, das Heiligtum, die Wohnung des Höchsten.“ Muss ich euch sagen, dass hier wahrscheinlich eine Anspielung auf die Lage Jerusalems und die Wasser von Siloah vorliegt, die still durch die Stadt dahinflossen 31Jes 8,6 und lieblich und erfrischend für das Volk waren während der Belagerung? So fließen auch Flüsse durch viele Städte in Holland und bringen den Einwohnern ihre Waren sogar bis vor die Tür. Bitte, was denkt ihr, ist dieser Strom? Nun, ich glaube, er bedeutet den Bund der Gnade; O, das ist ein Fluss, dessen Quellen zuerst im Paradies aufbrachen, als Gott sprach: „Der Same der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten;“ 321Mo 3,15 und dann ließ Gott diesen Fluss den Lebensraum der Menschen besuchen, zur Eröffnung seines ewigen Bundes.

   Kaum hatte der Teufel den Menschen verraten und dachte, er hätte ihn sicher in die Grube bekommen, gerade als er über das Elend des Menschen lachte und dachte, er habe sich an Gott für seine Vertreibung aus dem Himmel gerächt; genau in diesem Moment öffnete der große Gott diesen Fluss und ließ ihn in diesem gesegneten Strom zu den Menschen herabfließen, angedeutet in den Worten „er wird dir den Kopf zertreten.“ O, das ist ein Strom, der, so bete ich, heute Abend diesen Teil der Gottesstadt erfreuen möge. Wenn wir unter dem Fluss den Bund der Gnade verstehen, dann, meine Brüder, sind die Verheißungen Gottes die Bäche, die von ihm abfließen. Es gibt keine Verheißung in der Bibel, die einem Ungläubigen gegeben wird, sondern nur einem Gläubigen; alle Verheißungen Gottes gehören ihm, und niemand bis auf den armen Gläubigen, der es selbst erlebt, weiß, wie froh das sein Herz macht.

   Gott muss nur ein einziges Wort sprechen oder eine einzige Verheißung anwenden; denn, wenn das Herz eines Menschen von Kummer überwältigt ist, finden wir Trost, indem wir uns einem treuen, uneigennützigen Freund anvertrauen; und wenn ein Wort des Trostes aus dem Munde eines Dieners Christi uns manchmal so viel Unterstützung gibt, O meine Freunde, welche Unterstützung muss dann eine Verheißung von Gott geben, die auf die Seele angewendet wird? Und das brachte eine gute Frau dazu, zu sagen: „Ich habe oft ein gesegnetes Mahl an den Verheißungen gehabt, als ich kein Brot hatte, um eine Mahlzeit für meinen Leib zu bereiten.“

   Aber unter dem Strom können wir ebenfalls den Geist des lebendigen Gottes verstehen. Wenn ihr euch erinnert, Jesus Christus erklärte am großen Festtag, dass „wer an mich glaubt, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das“, so sagt der geliebte Jünger, „sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten.“  33Joh 7,38-39 Meine Brüder, die göttlichen Einflüsse sind nicht nur eine Rohrleitung, sondern ein tiefer Fluss, ein breiter Strom. Er hat Raum für Kleinkinder, um darin zu waten, und für den Mann Gottes, um darin von Zeit zu Zeit zu baden und zu schwimmen; und angenommen, dass der Strom den Heiligen Geist bedeutet, was ich glaube, dass er es tatsächlich tut, dann sind die Bäche, die aus diesem Strom abfließen, die Mittel der Gnade, die Verordnungen Gottes, die Gott als Kanäle gebraucht, um seinen gesegneten Geist zur Seele zu bringen. Ja, unter dem Fluss können wir auch Gott selbst verstehen, der der Fluss des Gläubigen ist, der Dreieinige, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dieser Strom fließt mitten in der Stadt, nicht nur am Stadtrand oder an einer Ecke oder an einem Ortsende, sondern ganz hindurch, in einer Vielzahl von Nebenarmen, sodass Hoch und Niedrig für die Versorgung zu ihm kommen können; und nicht nur um unterstützt zu werden, sondern um dabei täglich von Herzen froh gemacht zu werden; Gott helfe uns, von Neuem aus diesem Fluss zu trinken. Wenn dies der Fall ist, kann David triumphieren und sagen: „Herrliche Dinge sagt man von der Stadt Gottes;“ 34Ps 87,3 sagt man von „ihr“, im Feminin. In diesem Sinn wird von der Gemeinde gesprochen; weil Eva, die erste Frau, die Mutter aller Gläubigen war, können wir das auf einen einzelnen Heiligen in Nöten anwenden, so wie auf eine Gemeinschaft, „sie wird nicht wanken;“ nicht wanken? Bitte, wäre es euch lieber, wenn sie dumm wären? Gefällt es euch, wenn ihr ein Kind schlagt, es dann als verhärtet und gleichgültig zu erleben? Möchtet ihr nicht, dass das Kind unter der Strafe leidet und weint, und wenn es ein wenig Buße tut, dann wünscht ihr euch fast, ihr hättet es gar nicht erst geschlagen. Gott erwartet, wenn er uns schlägt, dass es uns wanken lässt; und es gibt kein größeres Zeichen im verworfenen Herzen einer Seele, die von Gott aufgegeben wurde, als Elend um Elend zu erfahren und dennoch daraus wie ein im Mörser zerstoßener Narr 35Spr 27,22 herauszukommen, unbewegt und verhärtet.

   Meine Brüder, dies ist das schlimmste Zeichen dafür, dass ein Mann oder eine Frau von Gott aufgegeben wurde. Jesus wankte, als er unter der Rute war; er ruft: „Vater! wenn es möglich ist, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen!“ 36Mt 26,39 Er wankte so, dass er Tränen vergoss, Blutstropfen, die auf die Erde fielen. 37Lk 22,44 Wehe, wehe, wehe uns, wenn wir, wenn Gott mit irgendeiner erschütternden häuslichen oder außerfamiliären Prüfung an die Tür klopft, nicht sagen: „Mein Gott! Mein Gott! Warum schlägst du mich?“ Wenn wir krank sind, dann lassen wir Ärzte unseren Puls fühlen, ob er hoch ist oder schwach, und wenn wir krank sind und durch Bedrängnis versucht werden, dann ist es an der Zeit, unseren Puls zu fühlen, um zu sehen, ob wir nicht gerade hohes Fieber bekommen und nicht ein heilsames Abführmittel benötigen. Es wird daher erwartet, dass wir wanken; wir dürfen sprechen, aber nicht auf murrende Weise: Hiob wankte, und Gott weiß, wenn wir unter der Rute sind, dann wanken wir alle mehr als wir sollten, auf falsche Weise; aber wenn hier gesagt wird, sie wird nicht wanken, dann bedeutet das, nicht völlig umzukippen; ratlos, sagt der Apostel, aber nicht verzweifelt; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet. 382Kor 4,8 Deshalb bedeutet „Vergehen“ „Zerstörung“. Wenn die Erde vergeht, die Berge beben und die Wasser tosen, wohin können wir fliehen? Was können wir sehen, außer überall um uns herum Zerstörung? Aber, meine Brüder, weil der Strom mit seinen Bächen die Gottesstadt erfreut, weil Gott unsere Zuflucht ist, weil Gott unsere Stärke ist, weil Gott unsere Hilfe ist, weil Gott eine bewährte Hilfe ist, weil Gott eine wohlbewährte Hilfe in Nöten befunden ist, weil Gott in ihrer Mitte ist, weil Gott die Ströme dazu bringt, sie froh zu machen, gepriesen sei Gott, werden wir nicht, meine Brüder, völlig wanken; nein, auch wenn der Tod selbst unsere Körper fortnimmt, auch wenn der König der Schrecken, 39Hi 18,14 dieser grausige König, mit all seinen Speeren bewaffnet kommt, dann sind wir trotzdem selbst mitten im Tod am Leben, und sogar dann wanken wir nicht, und sogar obwohl der Körper im Schlaf weggenommen wird, ist die Seele dahin gegangen, wo sie nie mehr traurig sein wird. Man hätte meinen können, dass David genug gesagt hatte, aber bitte beachtet, wie er fortfährt, er wiederholt es noch einmal, denn wenn wir in einer ungläubigen Verfassung sind, dann brauchen wir Zeile auf Zeile, Wort auf Wort, „Gott wird ihr helfen“; ah! aber wann? Wann? Wann wird er ihr helfen? Wann wird er ihr helfen? Nun, „früh am Morgen“. Gott wird ihr helfen, früh am Morgen. Nun, manchmal klopfen wir bei einem Freund an, aber er wird so früh am Morgen nicht aufstehen, aber Gott wird uns helfen, früh am Morgen. Ah! „Aber“, sagt ihr, „ich bin schon lange in Not; warum ist Gottes Morgen noch nicht gekommen? Du hast gesagt, „früh am Morgen.“ Ja, aber ihr seid noch nicht darauf vorbereitet, ihr müsst warten, bis der kostbare rechte Moment kommt, und ihr könnt sicher sein, dass er kommen wird. Gott gibt euch niemals einen Zweifel mehr, als ihr braucht, oder verzögert sogar die Hilfe nur einen Moment länger, als es nötig ist.

   Nun, meine lieben Zuhörer, wenn diese Dinge so sind, wer wagt es, den Christen einen Verrückten zu nennen? Wenn diese Dinge so sind, wer würde nicht ein Gläubiger sein wollen? Wer möchte nicht ein treuer Nachfolger des Sohnes Gottes sein? Meine Brüder, habt ihr jemals eins der Kinder des Teufels eine Ode verfassen gehört, dass der Teufel unsere Zuflucht ist; der Gott dieser Welt, 402Kor 4,4 dem wir so von Herzen gedient haben, haben wir ihn als eine wohlbewährte Hilfe in der Not befunden? Ah! Eine wohlbewährte Hilfe, um uns nach dem Teufel zu helfen. Oder habt ihr jemals gehört, seit der Schöpfung, dass ein einzelner Mensch es gewagt hat zu sagen, dass der ganze Psalm 46 auf einer Lüge basiert? Nein, er basiert auf Tatsachen, und deshalb, Gläubige, Gläubige, ich wünsche euch Freude, auch wenn das eine Tautologie ist. Ich bete zu Gott, dass wir von diesem Zeitpunkt an bis zu unserem Tod, ihr und ich, wenn wir in Schwierigkeiten sind, mit Luther sagen können: „Kommt, lass uns den Psalm 46 singen.“

   Was euch Gottlose betrifft, was soll ich zu euch sagen? Seid ihr heute Abend in guter Stimmung? Hat euch die Neugier hierhergebracht, um zu hören, was der Schwätzer wohl bei einer Trauerfeier sagen will? 41Apg 17,18 Nun, ich freue mich, euch hier zu sehen, obwohl ich kaum die Kraft habe zu sprechen aufgrund der mörderischen Hitze, aber ich bete zu Gott, dass er seine Stärke in meiner Schwäche verherrlicht; und möge der Gott aller Barmherzigkeit die Neugier mit etwas Gutem für euch überstimmen. Ich beabsichtige, zu den überlebenden Freunden über diesen Tod zu sprechen; aber, meine lieben Zuhörer, die große Intention dieser Trauerpredigt heute Abend ist es, die Lebenden zu lehren, wie man stirbt. Erlaubt mir, euch zu sagen, dass, so munter ihr jetzt auch seid, eine Zeit kommen wird, in der ihr wollt, dass Gott eure Hilfe ist. Vielleicht wird schon bald eine Kanzel für euch mit Trauerflor behängt werden; die schwarzen, düsteren Zeichen des Todes könnten bald zu eurem Zuhause gebracht werden; und wenn ihr auch in einer hohen Stellung seid, könnte auch ein solches Wappen, eine solche Tafel an eurer Haustür angebracht werden, und wehe, wehe, wehe denen, die in der Stunde des Todes nicht sagen können: „Gott ist meine Zuflucht.“ Ihr könnt Pläne schmieden, wie ihr wollt; nachdem ihr aus dem Paradies des einen Narren vertrieben worden seid, könntet ihr euch in ein anderes zurückziehen; ihr könnt sagen, jetzt werde ich ein Requiem zu meinem Herzen singen, und jetzt werde ich eine angenehme Zeit verbringen; aber wenn Gott euch liebt, dann wird er euch das aus den Händen schlagen, ihr werdet Dornen in euren Rosen finden, und es wird eure Annehmlichkeiten bitter machen.

   O was werdet ihr tun, wenn die Elemente vor Hitze schmelzen werden; wenn diese Erde, mit all ihrer schönen Einrichtung darauf, in Feuer aufgeht; 422Petr 3,10 wenn der Erzengel ruft, Es wird keine Zeit mehr sein! 43Offb 10,6 Wohin dann, ihr Gottlosen, ihr Unbekehrten, werdet ihr um Schutz fliehen? „O“, sagt einer, „ich werde in die Berge fliehen“: O törichter Narr, O törichter Narr, in die Berge fliehen, die selbst in Feuer aufgehen und vergehen werden. „O“, sagt ihr, „ich werde zum Meer fliehen“; O du Narr, das wird wie ein Kochtopf brodeln. „O, dann werde ich zu den Elementen fliehen“; sie werden vor Hitze schmelzen. Ich kann kaum diesen heißen Tag heute ertragen, und wie könnt ihr ein heißes Element ertragen? Es gibt dort keinen Ventilator, keinen Tropfen Wasser, um eure Zunge zu kühlen. 44Lk 16,24 Werdet ihr zum Mond fliegen? Der wird wie Blut werden. 45Offb 6,12 Werdet ihr bei einem der Sterne stehen? Die werden auf die Erde fallen 46Offb 6,13 Ich weiß nur von einem Ort, an den ihr gehen könnt, das ist der Teufel; Gott bewahre euch davor! Glücklich sind die, die diese Schlussfolgerung ziehen: „Da alles andere nur ein Zufluchtsort der Lügen ist, Gott hilf mir ab diesem Moment, Gott hilf mir, Gott zu meiner Zuflucht zu machen!“ Damit könnt ihr nie scheitern; dabei können eure Erwartungen nie zu hoch angesetzt werden; aber wenn ihr dort nicht hinkommt, so war der Herr lebt, in dessen Namen ich spreche, dann werdet ihr nur ein Spiel für die Teufel sein; ein Tag des Gerichts wird keine Zuflucht für euch sein, ihre werdet nur wie ein Verbrecher, der schon verworfen worden ist, vor den Richter gebracht werden, um das schreckliche Urteil zu empfangen, Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 47Mt 25,41 Es gibt keinen Strom, um die Bewohner der Hölle zu erfreuen, keine Bäche, um sich in diesem glühend heißen Element zu kühlen. Würden die, die in der Hölle sind, solch ein Angebot der Barmherzigkeit erhalten wie ihr es bekommt, wie würden ihre Ketten rasseln! Wie würden sie kommen, mit den Flammen der Hölle über ihren Ohren! Wie würden sie sich sogar dort freuen, wenn ein Geistlicher zu ihnen sagen würde, „Kommt, kommt, nachdem ihr Millionen und Abermillionen Jahre hier gewesen seid, es wird ein Strom hierherkommen, um euch zu erfreuen.“ Aber der Tag ist vorüber; Gott helfe uns, die Warnung anzunehmen und oh! Mit welcher Dankbarkeit sollten wir uns ihm heute Abend nähern, dafür, dass er uns erträgt und so geduldig mit uns ist; lasst jeden hier heute Abend sagen, „Warum bin ich aus der Hölle draußen? Wie kam es, dass ich nicht verdammt wurde, obwohl ich so viele Jahre lang alles andere zu meinem Gott, meiner Zuflucht gemacht habe?“ Möge die Güte jede unbekehrte Seele zur Buße führen, und möge die Liebe uns zur Gehorsamkeit drängen. Fliehe, fliehe, Gott helfe dir zu fliehen, Sünder; horch! Höre das Wort des Herrn, sehe die Welt vernichtet, der Bluträcher, 484Mo 35,19 dieser grimmige Tod, ist dir direkt auf den Fersen, und wenn du nicht in diesem Moment Zuflucht bei Gott suchst, heute Abend vor morgen, könntest du für immer verdammt werden; die Arme Jesu sind noch weit offen, sein liebendes Herz überströmt noch mit Liebe und heißt jede arme Seele herzlich willkommen, die ihr Glück in Gott sucht. Möge Gott gewähren, dass jede unbekehrte Seele zu dieser glücklichen Zahl gehört.

   Aber, meine Brüder, die schwerste Aufgabe dieser Nacht liegt noch unerfüllt vor uns; in der Tat, wenn mich meine Freundschaft für den Verstorbenen nicht dazu bringen würde, dann würde ich darum bitten, mich zu entschuldigen; mein Körper ist so schwach, meine Nerven so unruhig, und die Hitze setzt diesem kränklichen Körper zu sehr zu, um mir den nötigen Raum zu geben, meine Gefühle so auszudrücken, wie ich es bei voller Gesundheit tun würde; ihr könnt leicht erkennen, obwohl ich diese Anwendung nicht gemacht habe, mit welcher Intention ich diesen Psalm gewählt habe; ihr könnt leicht durch die Wendung, welche dem Text gegeben wurde, während wir ihn durchgegangen sind, die wie ich hoffe, nicht unnatürlich ist, erkennen, dass ich dabei eine trauernde Witwe hier vor mir im Blick hatte. Hätte ich damals gedacht, als dieses schwarze Mobiliar von der Kanzel genommen wurde, als zwei Äste innerhalb eines Jahres abgeschnitten wurden, zuerst der eine, dann der andere, beide von der Erde abgeschnitten, ich hoffe und glaube, um für immer im Himmel gepflanzt zu werden, ich hätte nicht gedacht, dass nach wenigen Monaten die Axt an die Wurzel des Vaters gelegt 49Mt 3,10 werden würde; ich hätte nicht gedacht, dass diese Kanzel dann in Trauer gehüllt werden würde für den lieben, den großzügigen, den wertvollen, den allgemein wohltätigen Mr. Beckman; ein Wohltäter für jedermann, ein Wohltäter für das Gotteshaus; er hat sowohl zur Kapelle als auch zum Versammlungshaus großzügig beigetragen, und, meine lieben Zuhörer, nun folgen seine Werke ihm nach, 50Offb 14,13 denn er ist gegangen nach jenseits des Grabes. Solche außergewöhnlichen Umstände kommen, glaube ich, selten vor; und obwohl ich gestern Abend gegen elf Uhr fast tot vor Hitze war, dachte ich deshalb, auch wenn es den Tod zur Folge hätte, würde ich zum Grab gehen und einen letzten Blick auf meinen lieben verstorbenen Freund werfen; um eine neue Gruft geöffnet zu sehen; um einen Ort zu sehen, der zu einem großen Teil von ihm gegründet wurde; um einen Ort zu sehen, den er gerade noch zu erweitern versuchte, als er starb; um eine neue Gruft zu sehen, die zuerst vom Vater und den zwei einzigen Söhnen bewohnt wird, und all dies in einem Zeitraum von nur zwei Jahren; oh, es war fast zu viel für mich, es bedrückte mich so sehr, es hielt mich heute den ganzen Tag in meinem Bett; und jetzt bin ich aufgestanden, und Gott gewähre, es möge dazu dienen, euch ein passendes Wort für eure Seelen zu geben.

   Oh! Meine Freunde, versetzt euch in die Lage einer überlebenden Witwe, und dann seht, wer vor einschneidenden Schicksalsschlägen sicher ist. Die eigenen Kinder, wenn sie noch klein sind, das ist eine Prüfung; aber der junge Mann, für den ein schönes Vermögen vorgesehen war; für einen zärtlichen, liebevollen Vater, dass ihm sein Sohn weggenommen wird; für die Witwe, dass ihr kurz danach der Ehemann genommen wird; in der Tat, liebe Frau, Sie brauchen es, den Psalm 46 zu lesen; Sie können gut sagen: „Nennt mich nicht mehr Noomi, (das bedeutet „angenehm“), sondern nennt mich Mara, denn der Herr hat mir sehr bitteres Leid zugefügt.“ 51Rut 1,20 Das sind Schicksalsschläge, die nicht immer nur den größten Heiligen gegeben werden. Solche plötzlichen Schicksalsschläge, richtig Schlag auf Schlag, oh! Wenn Gott nicht eine Stärke und Zuflucht ist, wie kann der Gläubige unter ihnen bestehen? Aber gepriesen sei der lebendige Gott, ich bin ein Zeuge dafür, dass Gott Ihre Stärke gewesen ist, ich bin ein Zeuge dafür, dass Gott Ihre Zuflucht gewesen ist; Sie haben herausgefunden, ich weiß, dass Sie es schon getan haben, dass ein Strom da ist, ein Strom, in dem Sie nun schon seit einigen Jahren schwimmen, dessen Bäche Ihr wartendes Herz erfreuen. Ganz bestimmt werde ich den Moment nie vergessen, als ich Ihren verstorbenen Ehemann besuchte, als die Schluckbeschwerden kamen und man vermutete, dass der Tod nun wirklich gekommen sei, als man die untröstliche Witwe aus dem Zimmer fliehen sah, unfähig, den Anblick eines sterbenden Ehemanns zu ertragen: Ich weiß, dass Gott da Ihre Zuflucht gewesen ist, und Gott wird weiterhin Ihre Zuflucht sein. Sie sind jetzt Gottes besondere Sorge geworden, und als Beweis dafür, dass Sie Gott zu Ihrer Zuflucht gemacht haben, haben Sie beschlossen, Ihr erstes Erscheinen im Gotteshaus, zu machen, im Versammlungshaus der Gemeinde, wo ich hoffe, dass Gott sich gerne dort aufhält und wo Sie Gott begegnet sind, und ich hoffe, Sie werden von der Gemeinde hier nicht fortgehen, bis Gott Sie von hier hinwegnimmt. Welche Prüfungen auch immer noch auf Sie warten mögen, denken Sie daran, dass Sie jetzt zu Gottes besonderer Sorge geworden sind. Vorher hatten Sie einen Ehemann, um für Sie zu bitten; er ist fort, aber Ihr Fürsprecher ist nicht tot, er lebt, und wird Ihre Sache vertreten; mögen Sie ihn besser finden als zehntausend Ehemänner; möge er den schrecklichen Abgrund ausgleichen, den der Tod geschaffen hat, und möge Gott der Herr Ihre Zuflucht in der Zeit und Ihr Anteil für alle Ewigkeit sein; und dann werden Sie eine gesegnete Veränderung erleben. Sie sind genaugenommen wie eine Noomi: Ich möchte demütig hoffen, dass Ihre Schwiegertochter, die vor kurzem einen ähnlichen Schicksalsschlag erlitten hat, sich für Sie als eine Ruth erweisen wird, und obwohl sie jung und vermögend ist und vielleicht versucht sein mag, einen Spaziergang in der Welt zu machen, so hoffe ich trotzdem, dass sie sagen wird: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott; wo du stirbst, da sterbe auch ich und dort will ich begraben werden: der Herr tue so an mir und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll.“ 52Rut 1,16-17 Es ist zu Ihrer Ehre, Madam, und ich halte es für richtig, es zu sagen, dass Ihr verstorbener Schwiegervater Ihnen sein Lächeln schenkte, Sie haben sich mit Ehrerbietung und Liebe verhalten; er hatte sie sehr gern; möge Gott Sie zur Freude Ihrer überlebenden Schwiegermutter machen, die Sie adoptiert hat, und möge der Herr Jesus Christus es Ihnen ermöglichen, Gott zu Ihrem Anteil zu machen.

   Nun zu euch, ihr Verwandten des Verstorbenen: Einer von euch ist ehrenvoll zum geistlichen Dienst berufen worden: Sie, Sir, wurden von einem lieben Onkel entsandt, Sie sind ein Fremder in einem fremden Land gewesen: Die Pfälzer werden Ihren Dienst segnen; Gott hat ihn, so hoffe ich, gesegnet und Ihnen einen Ort zum Predigen gegeben. Möge Gott gewähren, dass diese Gemeinde mit seiner Gegenwart und Herrlichkeit erfüllt wird; und Sie, Madam, zum Instrument dazu gemacht werden, dass diese Neuigkeiten in den Himmel an Ihren Ehemann gesendet werden, dass dieser und jener Mensch dort von Gott geboren worden ist. Was euch, die anderen Freunde des Verstorbenen, betrifft, so möge Gott gewähren, dass, wenn ihr sterbt und beerdigt werdet, die Leute euch mit Tränen folgen, so wie dem lieben Mr. Beckman in der vergangenen Nacht. Mir wurde heute Morgen von einem erzählt, der mit dem Begräbnis gegangen ist, dass es wunderbar war zu hören, was die Leute sagten, als der Sarg vorbeikam; sie segneten die Person darin, Oh! Er war ein Vater für die Armen. Die Armen haben tatsächlich einen Freund verloren; und ich glaube, es gibt keinen Mann, keinen Kaufmann in London, der in den letzten vielen Jahren mehr beweint worden ist, als der liebe Mann, der nun, so hoffe ich, in Frieden ruht. Ihr wisst wohl, wie er an euch gedacht hat, und dass bald nach dem Tod seiner trauernden Witwe sein Vermögen unter einigen von euch aufgeteilt werden wird. Erlaubt mir, euch im Namen der Barmherzigkeit Gottes in Jesus Christus aufzufordern und zu bitten, freundlich zu der verehrten Witwe zu sein. Sagt nicht, „Mr. Beckman, mein Onkel, ist tot, kommt, wir tun uns zusammen, lasst uns sie plagen, solange sie lebt, wir werden alles bekommen, wenn sie tot ist.“ Die Plage Gottes wird euch folgen, wenn ihr das tut. Wenn ihr euren lieben Onkel geschätzt habt, tut alles, was ihr könnt, um ihr Leben zu erleichtern; erweist ihr den Respekt, den ihr dem Verstorbenen erweisen würdet, wenn er noch am Leben wäre; dies wird zeigen, dass eure Liebe echt ist und nicht geheuchelt, und häuft euch nicht selbst Zorn an für den Tag des Zorns. 53Röm 2,5 Folgt dem Beispiel eures lieben, verstorbenen Onkels; der Gentleman war an ihm genauso sichtbar wie der Christ; er war früh morgens schon in seinem Lagerhaus, damit er zeitig in sein Landhaus kommen konnte, um sich dort von seiner freundlichen Seite zu zeigen und die Tür für die Jünger Jesu zu öffnen. Es ist Zeit, zum Ende zu kommen, aber ich möchte noch ein Wort zu den Dienern der Familie sagen, die einen guten und lieben Herrn verloren haben. Möge der Herr Jesus Christus euer Herr sein für immer, dass ihr die Diener des Herrn seid, wo immer ihr in dieser Welt auch eingesetzt werdet; dass ihr euren Herrn, eure Herrin und die ganze Familie im Königreich des lebendigen Gottes wieder trefft, dann werden wir eine ganze Ewigkeit haben, um über die Güte eines gnädigen Gottes nachzudenken. O möge Gott uns helfen, den sechsundvierzigsten Psalm zu singen; mögen wir feststellen, dass er unsere Stärke und unsere Zuflucht ist, eine wohlbewährte Hilfe in Nöten befunden: Möge der Fluss des lebendigen Gottes eure Herzen erfreuen, und mögt ihr in alle Ewigkeit mit Gott sein; Amen und Amen, Ja, komm, Herr Jesus! 54Offb 22,20

Fussnoten

  • 1
    2Kor 3,15
  • 2
    5Mo 2,15
  • 3
    1Mo 42,36
  • 4
    Ps 45,2
  • 5
    Offb 10,6
  • 6
    Hi 5,7
  • 7
    Dan 6,9
  • 8
    Apg 14,22
  • 9
    Joh 16,33
  • 10
    Lk 9,23
  • 11
    Titus (41 – 81 n. Chr.) römischer Kaiser: „Diem perdidi!“
  • 12
    Jos 20,2
  • 13
    Apg 16,30
  • 14
    1Mo 4,13
  • 15
    Jes 28,17
  • 16
    Mt 10,36
  • 17
    5Mo 33,25
  • 18
    Jes 48,10
  • 19
    Jes 60,11
  • 20
    1Kön 18,27
  • 21
    Röm 8,31
  • 22
    Spr 28,14
  • 23
    Neh 6,11
  • 24
    2Sam 23,1
  • 25
    2Petr 3,10
  • 26
    Mt 24,22
  • 27
    Ps 103,16
  • 28
    2Mo 3,4
  • 29
    Jes 63,9
  • 30
    2Mo 3,2
  • 31
    Jes 8,6
  • 32
    1Mo 3,15
  • 33
    Joh 7,38-39
  • 34
    Ps 87,3
  • 35
    Spr 27,22
  • 36
    Mt 26,39
  • 37
    Lk 22,44
  • 38
    2Kor 4,8
  • 39
    Hi 18,14
  • 40
    2Kor 4,4
  • 41
    Apg 17,18
  • 42
    2Petr 3,10
  • 43
    Offb 10,6
  • 44
    Lk 16,24
  • 45
    Offb 6,12
  • 46
    Offb 6,13
  • 47
    Mt 25,41
  • 48
    4Mo 35,19
  • 49
    Mt 3,10
  • 50
    Offb 14,13
  • 51
    Rut 1,20
  • 52
    Rut 1,16-17
  • 53
    Röm 2,5
  • 54
    Offb 22,20