Der Abschiedssegen eines treuen Pastors

Offenbarung 22,21: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.“

Es ist ziemlich bemerkenswert, dass das Alte Testament mit dem Wort „Bannfluch“ endet; wodurch wir gelehrt werden, dass das Gesetz nichts vollkommen gemacht hat. Aber gepriesen sei Gott, das Neue Testament endet anders, nämlich mit einem kostbaren Segen, dieser herrlichen Gnade, die dem Jünger, den Jesus liebte, ins Herz gelegt wurde und aus seiner Feder geflossen ist.

   Meine Brüder, da die Vorsehung Gottes uns nun dazu ruft, für lange Zeit voneinander Abschied zu nehmen, wie könnte ich mich da besser von euch verabschieden, als ein wenig dieses kurze, aber herrliche Gebet zu vertiefen; und wie könnte ich für euch oder ihr für mich in Zeit und Ewigkeit etwas Besseres wünschen, als dass die Worte unseres Textes in unseren Herzen erfüllt werden, die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen, Amen.

   Zu Beginn sollten wir als erstes erklären, was wir unter dem Wort „Gnade“ verstehen sollten. Zweitens, was wir unter „der Gnade unseres Herrn Jesus Christus“ und dass sie mit uns allen sei“ verstehen sollten; und dann werden wir noch über das Wort „Amen“ nachdenken. Ich werde euch zeigen, warum jeder von uns sich wünschen möge, dass die Gnade unseres Herrn Jesus Christus mit uns allen sei.

   Vielleicht gibt es kein Wort im Buch Gottes, das eine größere Vielfalt an Interpretationen auf sich vereint als dieses kleine, dieses große Wort „Gnade“. Ich möchte es hier nicht in die Länge ziehen oder unsere Zeit verschwenden, indem ich euch alle nenne. Es genügt allgemein festzustellen, dass das Wort „Gnade“ Gunst bedeutet oder die allgemeine Freundlichkeit andeuten mag, die Gott der Welt entgegenbringt; aber hier zeigt es das an, worum ich zu Gott bete, dass wir es alle erfahren dürfen – ich meine die Gnade, die ganz besondere Gnade des gesegneten Gottes, die an sein Volk übermittelt wird; nicht nur seine Gunst, die uns äußerlich erwiesen wird, sondern auch das Wirken des gesegneten Geistes, das an unsere Seelen innerlich und mit größter Macht übertragen und ihnen gewährt wird, und das ist es, was unsere Kirche im Katechismus die „besondere Gnade“ nennt. Denn obwohl Jesus Christus einerseits der Retter aller Menschen ist und wir Jesus Christus allen auf der ganzen Welt anbieten sollen, heißt es ja trotzdem auch von ihm, er ist auf eine spezielle Weise „der Retter besonders der Gläubigen;“ 11Tim 4,10 so dass das Wort „Gnade“ ein sehr komplexes Wort ist und in sich alles vereint, was der gesegnete Geist Gottes für einen armen Sünder tut, von dem Moment an, wenn er ihm den ersten Atemzug gibt, und ihn zu Jesus Christus bringt, bis es ihm wohlgefällt ihn durch den Tod zu rufen; und so wie es in Gnade begonnen worden ist, wird es in einer endlosen Ewigkeit der Herrlichkeit im Jenseits verschlungen werden; dies wird die Gnade unseres Herrn Jesus Christus genannt. Und warum so? Weil dies für uns durch den Herrn Jesus Christus erworben wurde: Das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, aber die Gnade und die Wahrheit, auf die nachdrücklichste Weise, sind durch Jesus Christus gekommen, 2Joh 1,17 den Sohn Gottes. Wenn es nicht den Kauf durch das Blut eines Vermittlers gegeben hätte, wenn Jesus Christus uns nicht um einen Preis erkauft 31Kor 6,20 sogar zum Preis seines eigenen Blutes erworben 4Apg 20,28 hätte, dann hätten ihr und ich niemals die Gnade Gottes an unseren Seelen offenbart bekommen und sie auch niemals je offenbart bekommen können. Der Bund der Werke war gebrochen worden, unsere ersten Eltern standen überführt vor Gott: Sie waren Straftäter, obwohl sie es nicht zugeben wollten; angeklagt vor Gott und vor sich selbst, sodass sie wie ihre Kinder Ausreden für ihre Sünde erfanden. Der Mensch hatte von Natur aus nur einen Hals, und wenn Gott es gewollt hätte, hätte er ihn gerecht mit einem Hieb abschlagen können; aber kaum hatte der Mensch den Fluch des Gesetzes auf sich geladen, da siehe, ein Vermittler wird zur Verfügung gestellt in der Gestalt des Samens der Frau, welcher der Schlange den Kopf zertreten sollte; 51Mo 3,15 was andeutet, was der Erlöser zuerst rein äußerlich tun würde, und danach dann innerlich in den Herzen seines ganzen Volks tun würde, und daher werden wir in unseren Versammlungen zum Gottesdienst gut gelehrt, alle unsere Gebete mit den Worten zu beenden „durch Jesus Christus unseren Herrn.“

   Darüber hinaus, Brüder, kann diese Gnade als die Gnade unseres Herrn Jesus Christus bezeichnet werden, weil sie nicht nur von ihm erkauft worden ist, sondern auch durch Christus in unsere Herzen hinein übertragen wird; das Bundesoberhaupt seines herrlichen Leibes ist ein Haupt des Einflusses für diejenigen, für die er sein Blut vergossen hat; und so sagte sein Jünger, er war voller Gnade und Wahrheit 6Joh 1,14 und aus seiner Fülle haben wir alle, alle die wahre Gläubige sind, empfangen Gnade um Gnade; 7Joh 1,16Gnade um Gnade“, sagt Anthony Blackwall in seinen „Sacred Classics“ 8Anthony Blackwall (1672-1730). The Sacred Classics Defended and Illustrated, or, An essay humbly offered towards proving the purity, propriety, and true eloquence of the writers of the New Testament (1725).; Gnade um Gnade, das bedeutet, wie Luther es sagt, jede Gnade, die in Christus Jesus ist, wird durch seinen gesegneten Geist in das Herz eines jedes Gläubigen transkribiert, genauso wie das warme Wachs den Abdruck des Siegels auf sich empfängt; so wie Linie um Linie vom Siegel auf dem Wachs zurückbleiben, so ist bis zu einem gewissen Grad die Gnade, die in Jesus Christus ist, in unsere Seelen eingepflanzt, in einem bestimmten Maß, obwohl wir weit hinter dem zurückbleiben, was das Gesetz verlangt; aber der Herr Jesus Christus, gepriesen sei Gott, hält unseren Vorrat in seinen Händen. Gott vertraute dem Menschen einst, aber er wird es niemals wieder tun; er bildete Adam, gab ihm einen gesegneten Vorrat, setzte ihn in ein Paradies der Liebe, und bald darauf ging er bankrott, einige meinen innerhalb von vierundzwanzig Stunden, jedenfalls sind sich alle einig, dass es innerhalb von sechs oder sieben Tagen geschah, und dass er nie mehr als einen Sabbat erlebt hatte; aber jetzt, gepriesen sei Gott, sind wir unter einem besseren Zeitalter, unser Vorrat ist in die Hände Christi gelegt, er weiß, wie man ihn aufbewahrt und auch uns; so kann man von dieser Gnade sagen, dass sie die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ist, gesichert durch sein Blut und vermittelt zu unseren Seelen dadurch, dass er das Oberhaupt seiner Kirche und seines Volkes ist.

   Diese Gnade hat eine Vielzahl von Beinamen erhalten, und ich frage mich, ob irgendeine andere Art von Gnade existiert als die, die vom Herrn Jesus Christus für sein Volk ausgeübt wird, auf die eine oder andere Weise, jede Stunde und jeden Augenblick des Tages.

   Erstens, seine zurückhaltende Gnade: Nun, wenn es sie nicht geben würde, dann wäre Gottes Volk genauso schwach und gottlos wie andere Menschen auch. Erinnert euch, was David sagte, als Abigail zu ihm kam; er wollte gerade einen Nachbarn töten, weil dieser ihn beleidigt hatte, er vergaß, dass er ein Psalmist war und benahm sich einfach wie ein wildes Tier. „Gepriesen sei Gott“, sagt er, „der dich mir entgegengesandt hat, um mich zurückzuhalten;“ 91Sam 25,32 Meine Brüder, wir können reden, was wir wollen, und uns viel auf uns selbst einbilden; wir sind wie kleine Kinder, die allein laufen wollen; „Nun“, sagt der Vater, „dann lauf allein“, sie stolpern, holen sich eine Beule, und sind dann froh, sich doch am Vater festzuhalten; so handelt Jesus Christus immer mit seinem Volk auf eine Weise, die zurückhaltend wirkt; wenn es nicht so wäre, Ach! Ach! Weil ihr Verständnis blind ist, weil ihre Herzen und Emotionen verdorben sind, zusammen mit der Verkehrtheit ihres Willens, gibt es nicht ein einziges Kind Gottes, das nicht jeden Tag wegrennen würde, wenn Christus sie nicht zurückhalten würde!

   Zweitens gibt es die überführende Gnade, die vom Herrn Jesus Christus ausgehend jeden Tag und jede Stunde am Wirken ist. Oh! Es ist eine gesegnete Sache, unter der überführenden Gnade des Erlösers zu sein! Ein Mann kann zum Ohr sprechen, aber es ist allein der Geist Gottes, der zum Herzen sprechen kann. Ich spreche nicht von der überführenden Gnade, die vor der Bekehrung verwundet und uns ein Bewusstsein für unsere Sünden und unser Elend gibt; nein, ich meine die überführende Gnade, die dem Gläubigen von Zeit zu Zeit folgt. Wenn ein heidnischer Sokrates sagen konnte, dass er immer einen Beobachter bei sich hatte, um ihn zu kontrollieren, wenn er etwas falsch machte, und um ihn zu leiten, wenn er auf dem richtigen Weg war, dann kann der Christ sicherlich sagen und gepriesen sei Gott dafür, dass er einen Jesus hat, der es ihm freundlich zeigt, wenn er vom rechten Weg abkommt, und ihn durch seine Gnade auf den Weg der Gerechtigkeit führt, damit er nicht ausrutscht; das ist es, was der Hirte mit seinen Schafen macht, wenn sie sich verirren; was tut der Hirte dann, schickt er nicht eine kleine Hilfe, seinen Hund, hinter ihnen her, um sie wieder in den Stall zurückzubringen? Was tut Jesus Christus in Versuchungen, Prüfungen und Nöten? Er holt sein Volk zurück nach Hause und überführt sie davon, dass sie etwas falsch gemacht haben.

   Dann, drittens, gibt es die bekehrende Gnade unseres Herrn Jesus Christus. O, was für arme, unglückliche Geschöpfe sind diejenigen, die denken, sie könnten sich erst dann Gott zuwenden, wenn es ihnen gefällt, und dieses abscheuliche Prinzip führt dann dazu, dass sie es so lange aufschieben, bis sie sich in ihren Betten nicht mehr umdrehen können: Satan sagt ihnen dann, es sei zu spät, ihre Gewissen sind von Entsetzen erfüllt, und sie gehen fort in einem Sturmwind; 102Kön 2,11 möge dies der Fall mit keinem der hier Anwesenden sein! Das ist ein ausgezeichnetes Gebet aus unserem Abendmahlsgottesdienst: „Bringe uns zu dir zurück, o HERR, so werden wir umkehren.“ 11Klgl 5,21 Wir können unsere Herzen genauso wenig umkehren, wie wir die Welt kopfüber umkehren können; es ist der Erlöser, durch seinen Geist, der das steinerne Herz wegnehmen muss und durch den Einfluss des Heiligen Geistes uns ein fleischernes Herz gibt. 12Hes 36,26 Ich könnte genauso gut versuchen, den Himmel mit meiner Hand zu erreichen; ich könnte genauso gut auf einen Friedhof gehen und den Toten befehlen, dass sie auferstehen; ich könnte ebenso gut mein Taschentuch schütteln und die Ströme auffordern, sich zu teilen und zurückzuweichen, wie zu erwarten, dass eine Seele sich ohne die Gnade eines Mittlers zu Gott umkehrt. Kommt, meine lieben Zuhörer, ich bin der gleichen Meinung wie ein guter Mann, der bat, er möge jeden Tag bekehrt werden. Nicht vorwärts zu gehen, bedeutet im göttlichen Leben, rückwärts zu gehen; und es ist ein großer Teil der Arbeit des Geistes Gottes, die Seele von etwas, das falsch ist, zu etwas, das richtig ist, zu bekehren, jeden Tag, Stunde und Moment im Leben des Gläubigen, sodass kurz gesagt sein Leben ein einziger fortwährender Akt der bekehrenden Gnade ist: Es gibt nicht einen Tag, an dem nicht etwas falsch ist; an dem es nicht etwas gibt, das wir weggenommen haben wollen; wir wollen den alten Menschen loswerden und mehr vom neuen Menschen bekommen, und so arbeitet der Geist Gottes jeden Tag: O! Meine Brüder, Gott gebe uns mehr von dieser bekehrenden Gnade!

   Dann gibt es die festigende Gnade. David betet: „Schaffe in mir ein reines Herz und erneuere in mir einen festen Geist;“ 13Ps 51,12 in der Randnotiz steht „beständiger Geist“; und ihr hört von einigen, die in der Liebe Gottes verwurzelt und gegründet sind, 14Eph 3,17 und der Apostel betet, dass sie „immer in dem Werk des Herrn zunehmen.“ 151Kor 15,58 Nochmal, es ist gut, das Herz mit Gnade gefestigt zu bekommen: Viele Leute haben ein wenig Religion in sich, aber sie sind nicht gefestigt; daher sind sie wie Wetterhähne, umhergetrieben von jedem Wind der Lehre; 16Eph 4,14 und genauso gut könntet ihr am Mond für einen Anzug Maß nehmen, wie an manchen Leuten, die sich ständig verändern; das liegt an einem Mangel an mehr Gnade, an mehr vom Geist Gottes; und so wie Kinder wachsen, dass sie stärker werden und reifer, genauso wachsen Leute in der Gnade und in der Erkenntnis des Herrn Jesus Christus, dass sie immer beständiger werden und gefestigter. Am Anfang reden sie noch zu viel, aber später werden sie männlicher, fester und standhafter. Junge Christen sind wie kleine Bäche, die viel Lärm machen und wenig Wasser haben; alte Christen sind wie tiefes Wasser, das wenig Lärm macht, eine große Last trägt und nicht nachgibt.

   Was denkt ihr, meine Brüder, über die tröstende Gnade unseres Erlösers? O! Was könnt ihr ohne sie tun? „Bei der Menge meiner Sorgen in meiner Brust haben deine Tröstungen mir das Herz erfrischt,“ 17PS 94,19 sagt der Psalmist. Ich glaube, ihr werdet alle das feststellen, was Lord Bolingbroke, trotz all seiner feinen Gelehrsamkeit und deistischen Prinzipien, in Bedrängnissen feststellte; er sandte einen Brief, den ich gesehen und vorgelesen bekommen habe, zumindest den Teil, in dem er sagte: „Jetzt, da ich in diese Bedrängnis geraten bin, stelle ich fest, dass meine Philosophie mir nicht weiterhilft.“ Mit all unserer Philosophie und Strebsamkeit ist es für uns hart, mit einem passiven Zustand zurechtzukommen: Ach! es ist lobenswert, sich anzustrengen, aber wir werden niemals zufrieden sein, wir werden niemals fröhlich unter Leiden sein, außer durch die Hilfe des Erlösers. Sogar jetzt, dahingehend, dass wir voneinander Abschied nehmen müssen, was kann Freunde trösten, wenn sie getrennt sind, außer dem Geist Gottes? Als Paulus nach Jerusalem fortging, sagte er: „Was macht ihr, dass ihr weint und brecht mir das Herz?“ 18Apg 21,13 Er sagte auch: „Ich bin bereit, nicht nur gebunden zu werden, sondern auch zu sterben in Jerusalem, für den Namen des Herrn Jesus“, was er nicht hätte sagen können, wenn er nicht die tröstende Gnade von Jesus Christus gespürt hätte. Als unser Herr fortging, sagte er: „Ich werde den Tröster senden; 19Joh 14,16 ich werde euch nicht ohne Trost und hilflos zurücklassen, ich werde wiederkommen.“ Der Herr hilft dem Gläubigen von Zeit zu Zeit. Wir können leicht reden, meine Brüder, wenn wir nicht selbst unter der Rute stehen; es gibt keinen Arzt oder Apotheker in London, der nicht einen guten Rat geben kann, aber wenn sie selbst krank sind, arme Seelen! Dann sind sie genau wie ihre Patienten und oft noch viel ungeduldiger als diese, denen sie normalerweise predigen, geduldig zu sein; so ist es auch mit dem größten Christen, wir sind alle Menschen von ähnlichen Leidenschaften, es gibt keinen von uns, der unter der Züchtigung, wenn er sich selbst überlassen wäre, nicht Gott fluchen würde und wie Ephraim sein würde, wie ein nicht ans Joch gewöhnter Jungstier; 20Jeremia 31,18 und viele von euch hier, da bin ich sicher, haben schon zum Erlöser gesagt, „Was machst du?“ 21Jes 45,9 oder vielleicht zusammen mit Jona, „Wir sind mit Recht zornig;“ 22Jon 4,9 wenn der Herr nur seinen Schutz von uns wegnimmt, wenn es ihm wohlgefällt, uns Hindernisse in den Weg zu stellen, wie unangenehm ist uns das? Und es gibt so viele Leiden und Prüfungen, dass, wenn wir nicht die Tröstungen von Jesus Christus hätten, kein Fleisch sie ertragen könnte.

   Was denkt ihr, meine Brüder, über die belebende Gnade unseres Herrn Jesus Christus? Erinnert euch, was David sagt: „Belebe mich nach deinem Wort, 23Ps 119,25 belebe mich auf deinen Wegen 24Ps 119,37 belebe mich durch deine Gerechtigkeit.“ 25Ps 119,40 Gottes Volk braucht jeden Tag Belebung; das bedeutet unsere Lampen bereitzumachen, 26Mt 25,7 die Lenden unserer Gesinnung zu umgürten, 271Petr 1,13 die Gnadengabe Gottes, die in uns ist, anzufachen. 282Tim 1,6 Mit einer Seele ist es genauso wie mit den Pflanzen und den Bäumen; wie würde es um sie stehen, wenn der Herr ihnen nicht nach dem Winter vitalisierendes Leben befehlen würde? Der Gläubige hat seine frostigen und winterlichen Tage, und wehe denen, die denken, dass sie immer Sommer haben; der Gläubige kann manchmal sagen: „Der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin, die Blumen sind hervorgekommen im Lande, die Zeit des Singens der Vögel ist gekommen, und die Stimme der Turteltaube wird in unserem Land gehört. Der Feigenbaum lässt Früchte reifen, und die Weinstöcke blühen und duften.“ 29Hld 2,11-13 Was ist all dies anderes als Gottes belebende Gnade, die dem Gläubigen wieder seine selige Freude zurückgibt? Oh! meine Brüder, ich habe nicht die Zeit, euch zu zeigen, auf wie viele Arten die Gnade des Erlösers sich zeigt; aber wo immer diese Gnade ist, was für einen Grund habt ihr, die ihr daran teilhabt, und ich, zu beten, dass sie mit uns allen sei! „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus“, sagt Johannes hier, „sei mit euch allen.“ Es heißt nicht „mit allen Geistlichen“, es heißt nicht „mit allen von diesem oder jenem besonderen Volk“, sondern „mit allen Gläubigen“. Oh! meine Freunde, erinnert euch, was Matthew Henry sagte, er wünschte sich, ein Katholik zu sein, aber nicht ein römischer Katholik. Ich habe oft gedacht, seitdem ich einmal die Wasserwerke besichtigt habe, dass es ein Sinnbild für Christus ist; dort gibt es ein großes Wasserreservoir, aus dem diese große Stadt versorgt wird; aber wie wird sie aus diesem Reservoir versorgt? Na, durch Hunderte und Hunderte von Leitungsrohren. Aber wohin geht dieses Wasser, geht es nur zu den Abtrünnigen oder zu den Kirchenleuten, nur zu diesen oder jenen Leuten? Nein, die Rohre leiten das Wasser zu allen; und ich erinnere mich, als ich es sah, dachte ich an das große Reservoir der Gnade, dieses lebendige Wasser, das in Christus Jesus ist, und die Rohre sind die Verordnungen, durch die seine Gnade allen gläubigen Seelen zugeleitet wird; Gott gebe, dass wir zu dieser glücklichen Zahl gehören. Oh, was für eine Gnade ist es, dass Christus gesagt hat: „Ich werde bei euch sein alle Tage bis der Welt Ende.“ 30Mt 28,20 und deshalb müssen wir dieses Gebet als heutzutage genauso effektiv ansehen, wie damals in dem Moment, als die Worte aus der Feder des Apostels flossen. Ich glaube, die präzisesten Philosophen und die größten Astronomen können nicht feststellen, dass es eine Abnahme der Sonnenwärme gegeben hat, seitdem Gott ihr erstmalig befohlen hat, den Tag zu regieren; dann, sicherlich, wenn mein Gott eine Sonne machen kann, die für so viele tausend Jahre die Welt bestrahlt, erleuchtet, und erwärmt, ohne ihre Licht- und Wärmeenergie zu verlieren, genauso geht „die Sonne der Gerechtigkeit“, der Sohn Gottes, auf über den Kindern Gottes, mit Heilung unter seinen Flügeln; 31Mal 3,20 er erweckt, wärmt, nährt und tröstet sein Volk, und wir haben das Evangelium bis ans Ende der Erde, genauso wie die, die die Ehre hatten, mit ihm in den Tagen seines Fleisches zu verkehren. Ich erwähne dies als Erwiderung an alle, die gegen die Methodisten geschrieben haben und sie als Fanatiker dargestellt haben; es gibt keinen anderen Weg, gegen den göttlichen Einfluss zu sprechen, als zwar einzuräumen, dass es früher so gewesen ist, aber dann zu behaupten, dass es jetzt nicht mehr so sei; sie sagen, die primitiven Christen hatten es, aber es soll jetzt mit uns nicht mehr so sein wie zu früheren Zeiten. Oh meine Brüder, was für Narren diese großen Männer sind, wenn sie über Dinge sprechen, von denen sie nichts verstehen; gebt ihnen eine mehrsprachige Ausgabe, gebt ihnen ein Lexikon, gebt ihnen einen geographischen Text oder den chronologischen Teil der Schrift, dann haben sie etwas zu sagen; aber wenn sie anfangen, über den Geist Gottes zu sprechen, sehen sie das Wort „Geist“, und sie lesen das Wort „Gnade“, aber während sie es lesen, schreien ihre Herzen, weil ihr Wissen sie aufbläht: „Sicherlich wenn es so wäre, wir großen Männer, die wir an der Universität gewesen sind, sollten es haben, Gott würde es uns geben“; und weil sie es nicht in sich selbst finden, wird ihre abscheuliche Arroganz nicht anerkennen, dass es überhaupt in irgendjemandem sein soll. Ich bitte euch, was waren Petrus, Jakobus und Johannes, ich möchte nicht respektlos von ihnen reden, sie waren genauso schwach, blind, stur und weltlich gesinnt wie andere, bis Jesus Christus ihre Herzen veränderte; und dieselbe Gnade, die ihre Herzen veränderte, verändert auch jetzt die Herzen von Gottes Volk; und gepriesen sei Gott, diese gleiche Gnade ist mit allen von seinem Volk.

   Es ist so in seinen Verordnungen. Hier liegt der Unterschied zwischen einem Formalisten und einem Christen; der Formalist geht zu den Verordnungen, aber er fühlt nicht den Gott der Verordnungen, und das ist der Grund, warum die meisten formalen Menschen sich nichts daraus machen, oft zur Kirche zu gehen: Wer geht schon gern in das Haus einer Person, die er nicht liebt? Sie werden nur an die Tür klopfen und fragen, ob diese Person zu Hause ist, und wenn die Diener sagen, dass der Herr oder die Dame nicht zu Hause ist, dann sind sie sehr froh; der Besuch wurde jedenfalls abgestattet; so ist es mit vielen Menschen, die zur Kirche und zu Treffen gehen; und ich bezweifle nicht, dass es auch viele Methodisten gibt, Hunderte und Hunderte, die an den Verordnungen teilgenommen haben, die noch niemals den Gott der Verordnungen gefühlt haben, dass er sie bekehrt, bis zum heutigen Tag.

   Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ist mit seinem Volk im Gebet. Wer kann beten ohne Gnade? Sie mögen darüber lachen, so viel sie wollen, aber Gott gebe euch und mir einen Geist des Gebets; lasst sie lachen, so viel sie wollen; was wird es uns nützen, dieses Buch zu lesen, ohne die Gnade Gottes? Was für eines entsetzlichen Fehlers hat der Bischof von Gloucester sich schuldig gemacht? Was glaubt ihr, was seine Lordschaft sagt, um den Fanatismus der Methodisten zu entlarven? „Nun“, sagt er, „sie sagen, sie könnten die Schrift nicht verstehen ohne den Geist Gottes.“ Kann irgendjemand die Schriften verstehen, ohne dass der Geist Gottes ihm dabei hilft? Jesus Christus muss unser Verständnis öffnen, um die Schrift zu verstehen 32Lk 24,45 und der Geist Gottes muss von den Dingen Christi nehmen und sie uns zeigen; 33Joh 16,14 und so sind wir auch gelehrt worden, zu beten, „O Herr, du hast deine heiligen Schriften schreiben lassen etc.“, immer am zweiten Sonntag im Advent; und hier versucht der Bischof uns zu sagen, dass wir das nicht brauchen; hier stimmen unser Kirchengebet und der Bischof überhaupt nicht miteinander überein. Und es ist genau das gleiche in Bezug auf die Gottesdienste: Was nützt es, wenn ich predige und ihr hört, wenn der Geist Gottes nicht erleuchtet? Formale Geistliche können eine Predigt stehlen und ein bisschen aus ihren eigenen Köpfen hinzufügen, aber ein Geistlicher des Evangeliums kann nicht richtig predigen ohne die Hilfe des Heiligen Geistes, genauso wenig wie ein Schiff ohne Wind segeln kann. Wohingegen ein fleischlicher Mann seine Predigt in seiner Tasche mitnehmen kann, und ihr werdet feststellen, dass seine Predigten immer dieselben sind; aber geistliche Prediger sind selten so; manchmal befinden sie sich in der Finsternis, um zu denen zu sprechen, die in der Finsternis sind; manchmal werden sie versucht, um zu denen zu sprechen, die versucht werden; manchmal sind sie mitten in einem Sturm, und segeln vor dem Wind, und das geschieht alles durch die Hilfe von Gottes Geist, und ohne diese kann ein Mann wie ein Engel predigen und doch überhaupt gar nichts nützen. Und entsprechend erkläre ich in Bezug auf das Hören des Wortes Gottes, dass ich nicht wieder predigen würde, wenn ich nicht denken würde, dass Gott das Wort durch seinen Geist begleitet: Was sind wir anderes als ein tönendes Erz oder klingende Schellen? 341Kor 13,1 Wenn das Wort in der Stärke des Geistes gepredigt wird, wird es von Überführungen und Bekehrungen begleitet, und die Gnade Gottes wird sowohl mit dem Prediger als auch mit dem Hörer sein.

   Die Gnade Gottes ist mit seinem Volk in seiner Vorsehung. O! sagt Bischof Hall, ein wenig Hilfe ist nicht genug für mich. Dass ich jetzt an Bord gehen werde, erinnert mich an das, was ich oft gesehen habe: Wenn die Matrosen einen Sturm kommen sehen, dann sagen sie es nicht den Passagieren, um sie nicht zu ängstigen; sie gehen leise aufs Deck und erteilen Befehle, damit die nötigen Vorkehrungen getroffen werden. Und wenn ein Matrose den herannahenden Sturm an den Wolken erkennen kann, warum kann Gottes Volk dann nicht erkennen, warum Gott dies oder jenes mit ihnen tut? Das Volk Gottes erkennt ihn in seiner Vorsehung; die Haare auf ihrem Kopf sind alle gezählt, 35Mt 10.30 und die Gnade Gottes ist mit ihnen in den alltäglichen Angelegenheiten des Lebens. Einige Leute denken, dass die Methodisten dies oder jenes predigen, um sie dazu zu bringen, ihre Geschäfte zu vernachlässigen, und dass wir zu unpassenden Zeiten predigen. Wir würden jetzt nicht predigen, wenn wir nicht voneinander Abschied nehmen müssten; nein, wir predigen, dass die Gnade Gottes sie in ihren Büros begleiten möge, und wehe den Personen, die die Gnade Gottes nicht mit in ihre Büros und ihre alltäglichen Geschäfte nehmen. O, was für gesegnete Zeiten würden es sein, wenn jeder die Gnade Gottes zu seiner Festanstellung machen würde, dass, wenn der Herr kommt, er sagen kann: „Herr, hier bin ich und warte auf dich.“

   Die Gnade des Herrn Jesus Christus ist mit seinem Volk, wenn sie krank sind und wenn sie sterben. O meine lieben Seelen, was sollen wir tun, wenn der Tod kommt? Was für eine Gnade ist es, dass wir einen guten Herrn haben, der uns durch diese Zeit trägt! So wie jemand sagte, der einen Gläubigen sah, der getröstet im Sterben lag: „Meister, fürchte dich nicht, Jesus Christus wird dich sicher durch das finstere Tal der Todesschatten 36Ps 23,4 tragen.“

   Aber die Zeit würde verfliegen, wenn ich euch alle Aspekte zeigen wollte, in denen die Gnade des Herrn Jesus Christus uns hilft; aber was ich gesagt habe, sollte zeigen, dass wir alle einstimmen sollten in ein herzliches „Amen“; Amen: „Ich bete zu Gott, dass es so sein möge, so sei es, und so möge es sein!“ Was möge so sein? Nun, dass die Gnade des Herrn Jesus Christus, die überführende, zurückhaltende, bekehrende, stärkende und tröstende Gnade, mit uns sei in seinen Verordnungen, in seiner Vorsehung, in der Krankheit und wenn wir sterben: Und dann, gepriesen sei Gott, werden wir sie mit uns hinüber tragen jenseits der Zeit. Und jetzt, meine lieben Zuhörer, mit der Hilfe meines Gottes, in dessen Stärke ich es mir wünsche, wieder übers Meer zu fahren, werde ich überall, wo ich bin, beten, dass diese Gnade des Herrn Jesus Christus mit euch allen sei.

   Zu wem soll ich zuerst im Sinne der Besserung sprechen? Gibt es hier Unbekehrte unter euch? Ohne Zweifel zu viele. Gibt es hier heute Morgen welche, die aus Neugier gekommen sind, um zu hören, was dieser Schwätzer wohl sagen will? 37Apg 17,18 Viele freuen sich vielleicht, dass das hier meine letzte Predigt ist und dass London dieses Ungeheuer los wird: Ich zweifle nicht, dass es für viele eine angenehm zu lesende Schlagzeile war; aber egal wer auch immer unter euch unbekehrt ist, oder was auch immer ihr denken mögt, sicher könnt ihr mir nicht böse sein, wenn ich mir wünsche, dass die Gnade Gottes mit euch sei. O dass sie mit jeder unbekehrten Seele sein möge. O betet für mich, meine lieben Freunde, dass der Herr mich segnen möge zugunsten einer unbekehrten Seele; was wirst du tun, wenn die Gnade Gottes nicht mit dir ist? Was wirst du mit der Gunst der Menschen anfangen, wenn du die Gnade Gottes nicht hast? Ihr werdet feststellen, meine Brüder, dass es nicht ausreichen wird, ihr könnt ohne die Gnade Gottes nicht auskommen, wenn es für euch ans Sterben geht. Es gab einen Adligen, der einen deistischen Kaplan hatte, und seine Lady hatte einen christlichen; als er im Sterben lag, sagte er zu seinem Kaplan: „Ich mochte dich sehr, als ich gesund war, aber es ist der Kaplan meiner Frau, den ich haben muss, wenn ich krank bin“ Wisst ihr, dass ihr nichts anderes seid als Inkarnationen des Teufels? Wisst ihr, dass ihr jeden Moment zur Rechenschaft gezogen werden könnt, zu ewigen Schmerzen? Der Herr helfe euch zu erwachen, o Sünder, wach auf, wach auf du dumme Seele, wenn die Gnade Gottes noch nie mit dir gewesen ist. Gott gewähre, dass sie jetzt mit dir sein möge.

   Sagt nicht, dass ich mich von euch mit schlechter Laune verabschiede; sagt nicht, dass ein Wahnsinniger euch mit einem Fluch verlassen hat. Gepriesen sei Gott, als ich zum ersten Mal das Feld betrat (und gelobt sei Gott, der mich mit der Ehre bedacht hat, ein Feldprediger zu sein), da verkündigte ich die Gnade Gottes den schlimmsten Sündern, und ich verkünde sie jetzt selbst den abscheulichsten Sündern unter dem Himmel; könnte ich so laut sprechen, dass die ganze Welt mich hören könnte, ich würde erklären, dass die Gnade Gottes für alle armen Seelen geschenkt zu haben ist, die willig sind, sie durch Christus anzunehmen; möge Gott euch alle willig machen am heutigen Tag.

   Ich zweifle nicht, dass viele von euch diese Gnade haben, und ich glaube, viele von euch können sagen, dass dieser arme, verachtete Ort von Gott geehrt worden ist, weil er sie euch hier gegeben hat; aber egal, ob ihr hier oder anderswo bekehrt worden seid, wenn ihr die Gnade Gottes habt, dann möge der Herr euch noch mehr Gnade gewähren; Gnade, Barmherzigkeit und Frieden möge euch immer reichlicher zuteil werden! 381Petr 1,2 Meine Brüder, die, die Christus haben, haben nie genug von ihm; ihr braucht noch mehr Gnade jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment: Ich für meinen Teil sehe jetzt noch mehr als noch vor zehn oder zwanzig Jahren, wie sehr ich Gnade benötige; vielleicht liegt es daran, dass ich nicht in der Gnade wachse; aber die, die in Gnade wachsen, werden jeden Tag sensibler dafür, wie sehr sie Gnade brauchen, sie werden ihre Schwachheit jeden Tag mehr und mehr spüren. Einige, die Christen genannt werden, sind ein äußerst unflätiges Volk, sie beleidigen ihre Nachbarn, aber wahre Gläubige beleidigen sich selbst am meisten und nennen sich selbst, d.h. was in ihnen ist, die schlechtesten aller Nachbarn. O meine Brüder, möge die Gnade des Herrn Jesus Christus mehr und mehr mit euch sein, damit ihr in das göttliche Bild verwandelt werdet, umgestaltet von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch den Geist des Herrn. 392Kor 3,18 Möge Gott gewähren, dass diese Gnade mit euch allen ist, ganz besonders mit den jungen Männern, die ihre Seelen Christus gegeben haben. Es erfreut meine Seele, wenn ich rund um den Abendmahlstisch gehe, zu sehen, wie viele junge Seelen sich selbst dem Christus gegeben haben, möge der Herr gewähren, dass ihr nicht wieder zur Torheit zurückkehrt. 40Ps 85,9 O junge Männer, flieht vor den jugendlichen Lüsten; O junge Frauen, möge der Herr Jesus Christus gewähren, dass die Gnade des Herrn Jesus Christus mit euch allen sei, damit ihr den Schmuck des Geistes 411Petr 3,4 studiert, in heiligem Schmuck 42Ps 110,3 strahlt und weise gemacht werdet zur ewigen Errettung. 432Tim 3,15

Möge die Gnade des Herrn Jesus Christus mit allen von euch sein, die im Stand der Ehe leben. Es braucht viel Gnade, um mit schweren Prüfungen umzugehen, viel Gnade, um mit Dienern, Kindern und Enttäuschungen im Geschäft umzugehen; um mit reinem Herzen mit Gott zu wandeln. Manche Menschen denken, es sei clever, Frau und Kinder zu haben, aber sie benötigen tausendmal mehr Gnade, als sie benötigten, als sie noch alleinstehend waren; ihr habt großen Bedarf an viel Gnade, um Gott in euren Häusern zu ehren, viel Gnade, um euch zu lehren, Propheten zu sein, viel Gnade, um euch zu lehren, Könige in der Familie zu sein; zu wissen, wann man sich freuen soll; zu wissen, wann man schweigen soll; zu wissen, wann man wütend sein soll: aber die größte Gnade ist, wütend zu sein, wenn man dazu berufen wird, wütend zu sein ohne Sünde. O! Möge die Gnade Gottes mit euch allen in euren Kammern sein, jedes Mal, wenn ihr betet, jedes Mal, wenn ihr zu einem Gottesdienst kommt; O! Möge die Gnade Gottes mit euch allen sein, wenn ihr diesen verachteten Ort frequentiert! Gepriesen sei Gott, sagen manche, dass er überhaupt gebaut wurde; obwohl ich gleich nach dem Bau weggerufen wurde. Gerade als die Kapelle fertiggebaut war, wurde ich damals weggerufen, und so ist es auch jetzt; und als ich aus meinem Zimmer kam, konnte ich es kaum ertragen. Ich würde lieber zu einer Hinrichtung gehen, wenn mein Weg nicht ganz klar wäre; was ist Sterben? Das ist nur für einen Moment. O möge die Gnade Gottes mit allen sein, die hier das Evangelium predigen. Gepriesen sei Gott, dass seine Gnade mit ihnen gewesen ist; lasst nicht die Welt sagen, „er ist weg, und jetzt sind auch alle Leute weg”: Schwächt nicht die Hände derjenigen, die hier arbeiten werden; ich würde so etwas gar nicht erwähnen, wenn ich nicht fortgehen würde. Der Herr Jesus Christus gewähre, dass ihr standhaft bleibt und die Prediger mehr und mehr ehrt; der gute Mr. Adams wird von Zeit zu Zeit hier sein, gepriesen sei Gott, zusammen mit Mr. Beridge, und so wird es eine gesegnete Veränderung geben: Möge der Geist Gottes mit ihnen sein und mit euch mehr und mehr! Und O meine lieben Freunde, wenn Gott, der Herr sich dazu herabgelassen hat, diese Arbeit jemandem von euch zu übertragen, dann denkt an mich in besonderer Weise, wenn ich gegangen bin; denn obwohl mein Körper schwach gewesen ist, danke ich trotzdem Gott dafür, dass er mich befähigt hat zu sprechen, wenn ich dazu gerufen wurde.

   Und so muss ich gehen, ob es mir dabei gut oder schlecht geht; betet, dass, wenn es Gott gefällt, mich zu verschonen, ich noch effektiver zu euch sprechen kann, wenn ich wieder zurückkomme; betet, dass die Gnade des Herrn Jesus Christus mit mir in einer zurückhaltenden, tröstenden, unterstützenden und verwandelnden Weise sein möge, dass sie mit mir ist, wenn ich krank bin und wenn ich sterbe. O meine Brüder, ich sehe, ich brauche die Gnade des Herrn Jesus Christus in jedem einzelnen dieser Aspekte, jeden Augenblick, O möge Gott, der Herr euch alle, die so gut zu mir gewesen sind, segnen und alles vergeben, was ich falsch gemacht habe. Ich schäme mich meiner selbst, so viel Menschliches kommt in mir zum Vorschein, obwohl ich demütig hoffe, und es wagen kann zu sagen, dass am Grunde meines Herzens Aufrichtigkeit gegenüber Gott zu finden ist; ich möchte es zu seinem Lob verwenden, aber es ist so viel Sünde mit dabei in allem, was ich tue, dass, wenn nicht das Blut Christi ständig auf meine Seele angewendet wird und die Gnade Gottes mir ständig offenbart wird, ich nicht mehr predigen könnte. Ihr könnt tausend Dinge sehen, die an mir falsch sind, aber ich sehe zehntausend mehr. O möge die Gnade Gottes mit euch allen sein. Nun, liebe Freunde, lebt wohl! Liebes Gemeindehaus, leb wohl! Falls ich hier nie wieder predigen sollte; O, dass wir in einem besseren Gemeindehaus zusammenkommen mögen, wenn diese Hütten abgebrochen werden, 442Kor 5,1 wenn diese Körper von uns abfallen, wenn wir für immer bei dem Herrn sein werden. Ich muss jetzt aufhören, ich kann es nicht ertragen; der Herr segne euch, Gott, der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten. 454Mo 6,25 Ich kann nicht mehr sagen, ich wage es nicht: Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit euch allen, Amen.

Fussnoten

  • 1
    1Tim 4,10
  • 2
    Joh 1,17
  • 3
    1Kor 6,20
  • 4
    Apg 20,28
  • 5
    1Mo 3,15
  • 6
    Joh 1,14
  • 7
    Joh 1,16
  • 8
    Anthony Blackwall (1672-1730). The Sacred Classics Defended and Illustrated, or, An essay humbly offered towards proving the purity, propriety, and true eloquence of the writers of the New Testament (1725).
  • 9
    1Sam 25,32
  • 10
    2Kön 2,11
  • 11
    Klgl 5,21
  • 12
    Hes 36,26
  • 13
    Ps 51,12
  • 14
    Eph 3,17
  • 15
    1Kor 15,58
  • 16
    Eph 4,14
  • 17
    PS 94,19
  • 18
    Apg 21,13
  • 19
    Joh 14,16
  • 20
    Jeremia 31,18
  • 21
    Jes 45,9
  • 22
    Jon 4,9
  • 23
    Ps 119,25
  • 24
    Ps 119,37
  • 25
    Ps 119,40
  • 26
    Mt 25,7
  • 27
    1Petr 1,13
  • 28
    2Tim 1,6
  • 29
    Hld 2,11-13
  • 30
    Mt 28,20
  • 31
    Mal 3,20
  • 32
    Lk 24,45
  • 33
    Joh 16,14
  • 34
    1Kor 13,1
  • 35
    Mt 10.30
  • 36
    Ps 23,4
  • 37
    Apg 17,18
  • 38
    1Petr 1,2
  • 39
    2Kor 3,18
  • 40
    Ps 85,9
  • 41
    1Petr 3,4
  • 42
    Ps 110,3
  • 43
    2Tim 3,15
  • 44
    2Kor 5,1
  • 45
    4Mo 6,25