Seelisches Wohlergehen
3. Johannes 2,2: „Geliebter, ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht!“
Was für ein entsetzlich dummer Fehler ist einem der berühmten oder besser gesagt berüchtigten, deistischen Schriftsteller unterlaufen, wenn er sagt, dass das Evangelium nicht von Gott stammen kann, weil so etwas wie Freundschaft darin nicht vorkommen würde. Wenn er jemals das Evangelium gelesen hat, dann hatte er ganz sicher Augen und sah nicht und hatte Ohren und hörte nicht; 1Mk 8,18 aber ich glaube, der Hauptgrund für sein fehlendes Verständnis ist, dass sein Herz verstockt war; 2Mt 13,15 denn das ist so weit von der Realität entfernt; schließlich hat die Welt noch nie ein solches Musterbeispiel für beständige und selbstlose Freundschaft gesehen, wie es sich im Leben, Beispiel und Verhalten von Jesus Christus von Nazareth gezeigt hat.
Johannes, der Verfasser dieses Briefes, hatte die Ehre, an seiner Brust lehnen zu dürfen und mit besonderer Betonung „der Jünger, den Jesus liebte“ 3Joh 13,23 genannt zu werden. Und genau dieser Jünger, was übrigens in Bezug auf ihn ziemlich bemerkenswert ist, denn obwohl er einer von denen war, die der Herr selbst „Donnersöhne“ 4Mk 3,17 genannt hatte, und der sich so plötzlich, wie Bischof Hall bemerkt, in einen „Sohn des Blitzes“ verwandelte, so dass er Feuer vom Himmel herabrufen wollte, um die Feinde seines Meisters zu vernichten, also obwohl er von Natur aus ein hitziges Gemüt hatte, war nichtsdestotrotz die Veränderung in seinem Herzen so bemerkenswert, dass er, wenn man nur anhand seiner Schriften eine Beurteilung über ihn abgeben möchte, so voller Liebe zu sein scheint, wenn nicht sogar noch mehr als jeder andere seiner Mitapostel. Er erlernte Mitleid und Wohlwollen vom Vater der Barmherzigkeiten; und um zu zeigen, wie christliche Freundschaft gepflegt werden soll, schrieb er nicht nur Briefe an Gemeinden im Allgemeinen, sogar an solche, die er persönlich selbst nie gesehen hatte, sondern auch private Briefe an bestimmte Heilige: Freunde, zu denen er eine besondere Bindung hatte, und wohlhabende, reiche Freunde, die Gott durch seinen Geist aufgerufen hatte, Helfer der Bedürftigen zu sein. Was für ein Glück wäre es für uns, wenn wir doch alle diese Einfachheit des Herzens lernen könnten, die in diesen besonderen Worten ausgedrückt wird; was für ein Glück, wenn wir diese eine Regel lernen könnten: Niemals einen Brief zu schreiben, ohne etwas von Jesus Christus darin; denn, wie Matthew Henry bemerkt, wenn wir für unnütze Worte Rechenschaft geben müssen, 5Mt 12,36 dann umso mehr für unnütze Briefe; und wenn Gott uns unsere Schreibstifte gegeben hat, besonders wenn er uns den Griffel eines guten Schreibers 6Ps 45,2 gegeben hat, dann wird es ein Glück sein, wenn wir unsere literarische Korrespondenz zu seiner Ehre und zu unserem gegenseitigen Wohlergehen verbessern können.
Aber was für ein unmodischer Stil ist der des Apostels an Gajus, im Vergleich zu unseren modernen Briefen. Allein die Anrede: „Der Älteste an den geliebten Gajus, den ich in der Wahrheit liebe;“ da habt ihr eine feine Sprache! Viele, die sich selbst als Christi Jünger bezeichnen, würden sich schämen, heutzutage so zu schreiben. „Ich sende dies und das und jenes; ich sende meine Grüße.“ Beachtet, wie er sich selbst bezeichnet, nicht als den Apostel, sondern er bezeichnet sich als „den Ältesten“. Ein kluger Ausleger ist der Meinung, dass alle anderen Apostel schon gestorben waren und nur der arme Johannes übriggeblieben war. Ich erinnere mich an eine Bemerkung von ihm: „Je größer wir wachsen, desto tiefer werden wir uns beugen.“ Der Apostel stellt sich auf eine Stufe mit den gewöhnlichen Ältesten einer Gemeinde, damit es nicht so aussieht, als würde er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um nicht als ein Löwe zu herrschen, sondern mit einem Stab der Liebe: „Der Älteste an den geliebten Gajus, den ich in der Wahrheit liebe.“ Dieser Gajus schien das zu sein, was wir in unserer heutigen Sprache als einen Gentleman bezeichnen, besonders bemerkenswert für seine Gastfreundschaft, „Gajus, mein Gastgeber;“ 7Röm 16,23 und dieser Gajus wurde geliebt, nicht nur „lieber“, sondern „geliebter Gajus“; das heißt, einer, den ich sehr schätze und den ich sehr gern habe; und dann zeigt er auch noch, worauf diese Zuneigung beruht, „den ich in der Wahrheit liebe“. Es gibt viele Menschen, die in ihren Schreiben sagen, „Lieber Herr“ oder „Sehr geehrter Herr“ und unterschreiben mit „Ihr demütiger Diener“; und es steckt kein einziges Wort der Wahrheit darin, weder am Anfang noch am Ende; aber die Liebe von Johannes und Gajus war in der Wahrheit, nicht nur in Worten, sondern in Tat und Wahrheit; 81Joh 3,18 als ob er gesagt hätte, mein Herz geht mit meiner Hand synchron, während ich schreibe, und ich habe Freude an einer derartigen Korrespondenz; oder den ich um der Wahrheit willen liebe, das heißt, den ich liebe, weil er ganz besonders der Wahrheit verbunden ist; und dann hat unsere Freundschaft ein richtiges Fundament, wenn die Liebe Gottes und der Geist des Herrn Jesus ihr Fundament und ihr verbindendes Band sind. Man könnte denken, dass dies jetzt genug wäre; die Episteln waren ursprünglich nicht in Verse unterteilt, so wie es heute der Fall ist, damit die Leute bestimmte Stellen leichter finden können. Dass der Apostel „geliebter“ sagt, ist keine unnötige Tautologie, sondern beweist die Stärke seiner Zuneigung; „ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht.“ Gajus, so scheint es, hatte zu dieser Zeit eine schwache Konstitution oder eine schlechte körperliche Verfassung; dies kann zeigen, dass auch die nützlichsten Personen, die ganz besonders auserwählten Lieblinge des Himmels, es nicht erwarten dürfen, von den gewöhnlichen Gebrechen des menschlichen Körpers ausgenommen zu sein; ganz im Gegenteil, es ist oft so, dass tausend nützliche Christen von schwächlicher Konstitution sind. Ich erinnere mich, dass der große und liebliche Sänger Israels, 92Sam 23,1 Dr. Isaac Watts, vor etwa zweiunddreißig Jahren zu mir sagte, dass er drei Monate lang keinen Schlaf gefunden hatte, außer dem, was ihm durch die exquisite Kunst der bekanntesten Ärzte verschafft worden war; und, meine lieben Zuhörer, niemand außer denen, die selbst in schlechter körperlicher Verfassung sind, können mit denen sympathisieren, die unter einer solchen leiden.
Aber ungeachtet des Zustands von Gajus Körper gedieh seine Seele so prächtig, so herausragend positiv, dass der Apostel nicht an eine größere Gnade denken konnte, oder an einen größeren Segen für die Gemeinde, als dass seine körperliche Gesundheit genauso strotzend wie die Gesundheit seiner Seele sein möge. Ich erinnere mich daran, dass der großartige Colonel Gardiner, der die Ehre hatte, für die Sache seines Landes getötet zu werden, einen seiner letzten Briefe an mich mit dem Wunsch beendete, dass ich mich einer prächtig gedeihenden Seele in einem gesunden Körper erfreuen möge; und das ist das Besondere an den Nachfolgern Jesu, sie stellen fest, dass es der Seele am meisten wohlgeht, wenn es dem Körper am schlechtesten geht; und beachtet hier, er wünscht ihm in allen Dingen körperliche Gesundheit, damit er Freude und Gesundheit mit einer gedeihenden Seele haben könne; denn wenn wir ein gutes Herz haben und gute Gesundheit zur gleichen Zeit und unsere Herzen lebendig sind für Gott, dann gehen wir vorwärts mit einem Sturmwind. Ich stelle fest, dass die Seele des Menschen im Allgemeinen zum Teilhaber des göttlichen Lebens gemacht worden sein muss, bevor man überhaupt von ihr sagen kann, dass es ihr wohlgeht. Die Worte unseres Textes sind ganz besonders auf ein erneuertes Herz anwendbar, eines, das wirklich lebendig ist für Gott. Wenn ein Baum tot ist, erwarten wir nicht einmal Blätter von ihm, noch sehen wir überhaupt irgendeine Schönheit in einer Pflanze oder Blume, von der wir wissen, dass sie absolut abgestorben ist; und daher liegt die Grundlage des Wunsches des Apostels darin, dass die Seele von Gajus und folglich die Seelen aller wahren Gläubigen das Leben zu ihnen kommuniziert bekommen vom Geist des lebendigen Gottes. Solches Leben möge Gott aus seiner unendlichen Barmherzigkeit heraus jedem von uns zuteilen! Und ich denke, falls ich mich nicht irre, und ich glaube, ich kann sagen, dass ich es nicht tue, dass dort, wo das göttliche Leben durch den Geist des lebendigen Gottes eingepflanzt wird, dass dieses Leben Abnahme und Zunahme zulässt, erschreckende Verfallserscheinungen zulässt sowie einige gesegnete Wiederbelebungen. Wenn die Strahlen des göttlichen Lebens einmal eingepflanzt sind, dann wird es zum ewigen Leben heranwachsen; die neue Schöpfung ist so wie die alte, als Gott sprach Es werde Licht, und es ward Licht, 101Mo 1,3 das niemals aufgehört hat, seit das Universum erschaffen wurde und das Lieblingsgeschöpf Mensch geboren wurde. Nach der Begutachtung seiner eigenen Werke erklärte Gott alles für gut und trat in seine Ruhe ein; so wird es mit allen sein, die zu Teilhabern der göttlichen Natur 112Petr 1,4 gemacht worden sind. Das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die zu ewigem Leben sprudelt. 12Joh 4,14
Meine Brüder, von dem Moment an, wenn wir in diese Welt kommen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir aus ihr heraus hinübergehen zu den Geistern der vollendeten Gerechten, 13Heb 12,23 haben alle Kinder des Herrn, einige mehr, andere weniger, erfahren, dass sie sowohl furchtbare als auch gesegnete Zeiten durchlebt haben, und das alles wurde von oben so angeordnet, um sie näher zu Gott zu bringen. Aber ich glaube, ich bin sicher, dass ich heute Abend zu einigen spreche, die, wenn sie die Wahl hätten, lieber die Gewissheit bekommen würden, dass es ihren Seelen wohlgeht, als zehntausend Pfund zu erben. Und es wird angenommen, dass wir es nicht nur selbst wissen dürfen, sondern auch andere es wissen sollen, damit ihre Fortschritte, wie Paulus sagt, allen offenbar werden. 141Tim 4,15 Weil Johannes sagt: „Ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlgeht!“ O, mögen alle, die mit uns zu tun haben, es in uns sehen! Wir mögen häufig unter dem Evangelium sitzen, aber wenn wir nicht ganz sorgfältig aufpassen, werden wir, egal wie orthodox wir sind, in praktischen Antinomianismus verfallen und uns damit zufriedengeben, dass wir vor zwanzig oder dreißig Jahren bekehrt wurden, und es lernen, so wie einige Antinomianer, aus Glauben zu leben. 15Heb 10,38 „Gott sei Dank“, sagen einige, „wir sind Gott vor soundso vielen Monaten begegnet“, aber sie kümmern sich überhaupt nicht darum, ob sie ihm noch einmal begegnen werden. Und es gibt keinen einzigen hier, der auf rettende Weise mit Jesus Christus bekannt ist, der nicht wünschen würde, dass es seiner Seele besser gut geht als seinem Körper.
Die große Frage ist, wie soll ich wissen, dass es meiner Seele wohlgeht? Mir wurde gesagt, dass es so etwas gibt wie das zu wissen, und dass ich mir selbst dessen bewusst sein kann, sowie andere auch. Es sollte also keine Zeitverschwendung sein, einige Kennzeichen aufzulisten, an denen wir erkennen können, ob es unseren Seelen wohlgeht oder nicht. Wenn unter euch jemand mit einer antinomischen Haltung ist (ich weiß nicht, ob es welche unter euch gibt), dann werdet ihr vielleicht die gleiche Meinung haben wie der Mann, der mir vor fünfundzwanzig Jahren in Leadenhall begegnete: „Sir“, sagt er, „Sie haben über die Kennzeichen der neuen Geburt gepredigt.“ „Kennzeichen“, sage ich, „ja, Sir.“ „Oh, Gott sei Dank“, sagt er, „Kennzeichen, da stehe ich drüber, ich kümmere mich überhaupt nicht um Kennzeichen.“ Und ihr dürft versichert sein, dass Personen sich am Rande des Antinomianismus befinden, die sagen, „weg mit eurer gesetzlichen Predigt.“ Ich wundere mich, warum sie nicht, wenn sie die Straßen entlang gehen, sagen, „weg mit euren Uhren, weg mit euren Uhren, wir wollen keine Markierungen, wir wissen auch ohne welche, wieviel Uhr es ist. Wenn die Kennzeichen auf der Seele eines Gläubigen wie die Markierungen einer Sonnenuhr sind, dann gibt es Kennzeichen, die beweisen, dass wir auf dem richtigen Fundament stehen. Wenn die Sonne nicht auf die Sonnenuhr scheint, dann weiß man nicht, wieviel Uhr es ist; aber lasst sie scheinen, und sofort wisst ihr die Uhrzeit. Aber wenn es bewölkt ist, kennt man sie nicht; und ein Kind Gottes kann Bitteres gegen sich selbst schreiben, wenn es ihm fehlt, dass die Sonne der Gerechtigkeit 16Mal 3,20 auf sein Herz scheint. Ein guter Mann kann solche Stimmungsschwankungen haben, wie es ein Herr Brown tat, der ein Buch guter Hymnen schrieb, der so melancholisch war, dass niemand ihm weismachen konnte, dass er überhaupt eine Seele hatte. Lasst die Sonne scheinen, und der Gläubige kann sehen, ob die Sonne am Meridian zur sechsten, neunten oder zwölften Stunde steht. Oh, dass es zu einem großen Suchen im Herzen kommen möge. Ich habe zu Gott um Führung gebetet; ich hoffe, die Predigt über dieses Thema wird einige aufwecken, einige Abtrünnige zurückrufen, einige Sünder erwecken, denen es egal ist, ob es ihren Seelen wohlgeht oder nicht. Ich meine nicht die Tabernakel-Besucher oder die Foundery-Besucher 17Name von zwei Versammlungsorten von Methodisten im damaligen London oder die Kirche oder die Abtrünnigen, sondern ich spreche zu euch allen, egal welcher Denomination ihr angehört; Gott gebe euch allen aus seiner unendlichen Barmherzigkeit seinen Geist. Ihr, die ihr Gläubige seid, kommt, lasst uns diesen gemeinsamen Namen unter uns allen haben; wenn wir ihn haben, dann gehen wir nachher gut auseinander. Wenn ihr wissen wollt, ob es euren Seelen wohlgeht, das heißt, ob sie gesund sind; ihr wisst, was jemand meint, wenn er wünscht, dass es eurem Körper wohlgehen soll; dann lasst mich euch fragen, wie es zwischen euch und Gott in Bezug auf Gebete im Verborgenen ist? Der gute John Bunyan sagt, wenn wir ohne Gebet sind, sind wir ohne Christus. Niemand von Gottes Volk, sagt er, kommt als stille Totgeburt zur Welt. Der gute William Burkitt (dessen Kommentar schon die 25. oder 26. Ausgabe erreicht hat; aber ich denke, wenn er jetzt leben und ein- oder zweimal am Tag predigen würde, würden sie trotzdem sagen, „weg mit seinem Kommentar und seiner Predigt und allem“) sagt das Gleiche. „Komm in die Welt als stille Totgeburt!“ Was für eine Sprache ist das im Mund eines Predigers? Aber das reicht schon für die, die gerne Zeichen und Merkmale verwenden. „Ich will einen Geist der Gnade und des Gebets ausgießen,“ 18Sach 12,10 sagt der Herr. Und ich wage es zu behaupten, wenn der Geist der Gnade im Herzen wohnt, dann wird der Geist des Flehens nicht fehlen. Personen unter ihrer ersten Liebe wagen es nicht, ohne Gott zu gehen; sie gehen zu Gott, nicht so wie es der Formalist macht, nicht aus Angst davor, in die Hölle zu kommen oder verdammt zu werden. Es ist eine Gnade, dass alles einen zum Gebet treibt; und eine Person unter dem Geist der Knechtschaft, 19Röm 8,15 die gerade erst zur Freiheit der Kinder Gottes 20Röm 8,21 gebracht worden ist, geht freimütig zu ihrem himmlischen Vater, die göttliche Liebe entdeckend und von ihr überwältigt. Kommt, ich will an auch selbst appellieren: Habt ihr es nicht auch so gemacht wie eine liebevolle Mutter, wenn das Kind, das geliebte Kind, auch nur das leiseste Geräusch macht, „Oh“, sagt die Mutter, „das liebe Kind weint, ich muss hin und es beruhigen“? So war es, als viele auf den Ruf Gottes hörten und sich genauso wenig von der Gegenwart Gottes im Verborgenen fernhalten konnten, wie eine liebende Mutter sich von ihrem geliebten Kind fernhalten kann. Nun, wenn es euren Seelen wohlgeht, dann wird diese Verbindung zwischen euch und Gott aufrechterhalten. Ich sage nicht, dass ihr immer die gleiche Leidenschaft haben werdet, wie am Anfang; ich sage nicht, dass ihr immer bis in den dritten Himmel entrückt werdet; 212Kor 12,2 die Lebensgeister werden solche Tröstungen vielleicht nicht zulassen; aber ihr solltet euch fragen, ob es euch egal wäre ohne Gottes Gesellschaft zu sein. Kommt hinter eurem Schreibtisch hervor und geht und unterhaltet euch mit Gott. Sir Thomas Abney, der dafür bekannt war, dass er ständiges Gebet in seiner Familie aufrechterhielt, wurde gefragt, wie er das Gebet an diesem Abend aufrechterhielt, als er zum Oberbürgermeister vereidigt wurde? „Sehr gut“, sagte er, „ich brachte die Gesellschaft in meine Räume, und unterhielt sie und als die Zeit kam, sagte ich ihnen, dass ich sie für einen Moment verlassen müsse, um mit meiner Familie zu beten, und kehrte dann wieder zurück.“ Möge Gott uns viele solche Oberbürgermeister geben. Wenn es unserer Seele wohlgeht, wird dasselbe Prinzip in uns regieren und uns gewissenhaft an den Mitteln der Gnade teilnehmen lassen. Es ist ein ziemlich schreckliches Kennzeichen für eine schwärmerische Denkweise, wenn Personen denken, dass sie so hoch in der Gnade stehen, dass sie Gott danken, dass sie keinen Bedarf mehr an den Verordnungen haben. Dass wir die Kinder Gottes sind, ist so weit davon entfernt, der Grund dafür zu sein, keine Verordnungen mehr zu brauchen, dass richtig gesprochen, die Verordnungen eigentlich dafür bestimmt sind, die Kinder Gottes zu nähren; nicht zuerst zur Erweckung der Seele, sondern auch, um die Seele danach zu ernähren. Wenn dieselben Nährstoffe, die das Kind vor der Geburt erhält, es auch nach der Geburt ernähren; und so wie das Manna nie versagte, sondern die Kinder Israels täglich davon aßen, bis sie in das Land Kanaan kamen, so benötigen wir unser tägliches Brot, wir brauchen den Gott der Gnade und des Erbarmens, dass er sein göttliches Leben in unsere Herzen überträgt, bis wir in das himmlische Kanaan gelangen. Dort wird der Glaube in Schauen verwandelt werden, und dann werden wir keine Verordnungen mehr brauchen; und lasst die Leute sagen, was sie wollen, wenn Seelen gedeihen, dann werden wir froh über die Verordnungen sein. Wir werden den Ort, an dem Gott wohnt, lieben; wir werden nicht sagen: „Dieser eine predigt und ich werde nicht gehen“, sondern wenn wir unter ihnen sind, dann werden wir über gute einfache Hausmannskost genauso froh sein wie über ein fein garniertes Dessert; und wenn es unseren Seelen wohlgeht, dann werden wir die Botschafter genauso gernhaben wie die Botschaft: Wir werden es genauso bewundern, ein gutes Widderhorn zu hören, so eines, was die Mauern von Jericho niederblies, wie eine feine silberne Posaune. So ist es mit allen Verordnungen des Herrn, zum Beispiel dem Abendmahl des Herrn; wenn die Seele daran nicht teilnimmt, ist das ein Zeichen dafür, dass es ihr nicht wohlgeht. „Adam, wo bist du?“ 221Mo 3,9 sagt der ewige Logos zu seinem gefallenen Geschöpf, und jedes Mal, wenn wir es versäumen, ob wir daran denken oder nicht, schreibt der Erlöser es auf; aber wenn es unseren Seelen wohlgeht, wie sollten wir zum Tisch des Herrn eilen und uns freuen, oft zur Erinnerung an seinen Tod zusammenzukommen.
Ich wage weiter zu behaupten, dass ihr nach unten wachsen werdet, wenn eure Seelen gedeihen. Was heißt das? Nun, ihr werdet im Wissen um euch selbst wachsen. Ich hörte, als ich in Lissabon war, dass manche Leute dort zuerst am Dach mit dem Haus beginnen. Und es ist eine seltsame Art von Predigt, die für die Papisten genügt, sich allein auf Äußerlichkeiten auszuruhen. Das Wissen um uns selbst ist das erste, was Gott einpflanzt. Herr, lass mich mich selbst erkennen, 23Augustinus (354-430) „Domine Iesu, noverim me“ war ein Gebet, das einer der Kirchenväter sechzehn Jahre lang betete; und wenn ihr hohe Gedanken von euch selbst habt, dann könnt ihr wissen, dass ihr wirr im Kopf seid, ihr vergesst, was ihr für arme, alberne Geschöpfe seid. Wenn es unseren Seelen wohlgeht, dann werden wir nach und nach immer sensibler nicht nur für das Äußerliche, sondern auch für das Innerliche; zuerst kämpfen wir mit dem äußeren Menschen, aber wenn wir im göttlichen Leben Fortschritte machen, dann haben wir intimere Einblicke in die Bilderkammern, 24Hes 8,12 die in unseren Herzen sind; und von Tag zu Tag werden wir dort mehr Abscheulichkeiten finden, und in Folge davon werden wir mehr von der Herrlichkeit von Jesus Christus sehen, die Wunder dieses Immanuels, der uns täglich erlöst von diesem Leib der Sünde und des Todes. 25Röm 7,24 Und ich erwähne das, weil es nichts Gewöhnlicheres gibt, ganz besonders bei jungen Christen. Früher war es so, dass mindestens einhundert oder zweihundert an einem Tag zu mir kommen würden und sagen, „Oh mein Lieber, ich bin soundso, ich bin Gott begegnet.“ Ah! das ist ziemlich gut. Eine Woche später würden sie dann kommen und sagen, „O, Sir, es war alles eine Täuschung, es war nichts weiter daran.“ Was ist denn los? „O, niemals war ich so ein Elender, ich hätte nie gedacht, dass ich so ein böses Herz habe. Oh! Gott kann mich nicht lieben; jetzt, Sir, ist all meine Begeisterung und alles, was ich gefühlt habe, verschwunden.“ Und was dann? Wächst ein Baum denn nur nach oben? Einige Bäume wachsen nach unten, wie ich meine; und je tiefer ihr im Wissen um euch selbst wachst, desto tiefer wachst ihr im Wissen um Gott und seine Gnade, welche die Verderbtheiten eurer Herzen aufdeckt. Kennt ihr das nicht auch, dass ältere Leute auf vergangene Zeiten zurückblicken? Ich weiß, dass einige Leute nicht zurückblicken können, um zu sehen, wie viele Sünden sie begangen haben, aber wenn uns die Gnade hilft, die uns innewohnende Verdorbenheit anzublicken, wird sie uns ihrer überdrüssig werden lassen und uns zum Blut Christi führen, um uns von ihr zu reinigen; und folglich, je mehr es euren Seelen wohlgeht, desto mehr werdet ihr euch in den herrlichen Erlöser verlieben und in seine Gerechtigkeit. Ich habe in meinem Leben keinen gekannt, der das Wort und andere Mittel gewissenhaft gebraucht hatte, der sich nicht gebessert hat in der Gnade und immer mehr und mehr die Notwendigkeit gesehen hat, auf eine bessere Gerechtigkeit als die eigene zu vertrauen. Ganz allgemein, wenn wir uns zum ersten Mal auf diesen Weg machen, dann haben wir bessere Herzen als Köpfe; aber wenn wir im göttlichen Leben wachsen, werden auch unsere Köpfe genauso wie unsere Herzen wachsen, und der Heilige Geist führt uns aus dem abscheulichen Selbst heraus und lässt uns mehr und mehr zu jener herrlichen und vollkommenen Gerechtigkeit fliehen, die Jesus Christus erwirkt hat.
Je mehr es euren Seelen wohlgeht, umso mehr werdet ihr die Freiheit und die unterscheidende Natur von Gottes Gnade erkennen, dass alles aus Gnade ist. Wir sind alle von Natur aus Anhänger des freien Willens, und im Allgemeinen sagen die Jungen: „Oh, wir haben den Messias gefunden, von dem Moses und die Propheten gesprochen haben;“ 26Joh 1,45 was richtig ist, außer dem Wort „wir“ haben gefunden; denn der Gläubige lernt kurz danach, dass der Messias ihn gefunden hatte. Ich erwähne das, weil wir Personen nicht wegen eines Worts zum Straftäter machen sollten; wir sollten mit jungen Christen geduldig sein und nicht ein Kind K.O. schlagen, nur weil es noch nicht in Blankversen sprechen kann.
Vergesst auch nicht, dass je mehr es euren Seelen wohlgeht, desto mehr werdet ihr über der Welt drüberstehen. Ihr solltet nicht denken, dass ich damit meine, dass ihr in Bezug auf die Dinge dieses Lebens nachlässig sein sollt. Nichts reizt mich mehr, als jemanden faul zu sehen; eine faule Person versucht den Teufel, sie zu versuchen. Im Zustand des Paradieses sollten Adam und Eva den Garten bebauen und dort nicht faulenzen; nach dem Sündenfall sollten sie den Ackerboden bearbeiten; und wenn jemand sagt, dass die Methodisten glauben, faul sein zu können, dann tun sie ihnen Unrecht. Wir sagen den Menschen, dass sie früh aufstehen und arbeiten sollen, damit sie Zeit gewinnen, das Wort zu hören. Wenn alle, die gegen die Methodisten sprechen, ebenso fleißig wären, wäre es besser für ihre Frauen und Familien. Was denkt ihr, wird ein wahrer Methodist faul sein? Nein, er wird mit seinen Händen arbeiten, er weiß, dass die Zeit kostbar ist, und deshalb wird er hart arbeiten, um denen zu geben, die es brauchen, und gleichzeitig wird er so leben, dass er über der Welt steht; und ihr wisst, dass die Erde unter euren Füßen liegt, und genauso auch die Welt. Wenn er zu Bett geht, wird er sagen: „Es ist mir egal, ob ich wieder aufwache.“ Ich kann zurückblicken und euch von Hunderten und Hunderten erzählen, die einmal lebendig für Gott zu sein schienen und durch ein wenig schmutzigen, abscheulichen Dreck weggezogen wurden. Wie viele Plätze sind hier leer, die einmal mit Personen gefüllt waren, die früher eifrig anwesend waren? So wie jemand neulich, gegen den bei der Bewerbung um eine Stelle der Einwand erhoben wurde, er sei ein Methodist. „Nein“, sagte er, „ich war seit zwei Jahren kein Methodist mehr.“Ich für meinen Teil wünsche Leuten, wenn sie zu Geld kommen, keine Freude damit; achtet einfach nur darauf, dass es nicht in euch eindringt und euch die Augen vernebelt; wenn euer Geld zunimmt, lasst auch eure Eifrigkeit für gute Werke zunehmen. Vielleicht wird ein Fremder sagen: „Ich dachte, du seist gegen gute Werke.“ Ich sage euch die Wahrheit, ich bin gegen gute Werke, rennt nicht weg, bevor ich meinen Satz beendet habe; wir sind gegen gute Werke, die anstelle von Christus als Grundlage für unsere Annahme gesetzt werden; aber wir sehen es so, wenn wir einen richtigen Glauben haben, dann „wird unser Glaube sich durch Liebe betätigen.“ 27Gal 5,6 Ich erinnere mich, dass ich in meiner Kindheit eine Geschichte von einem armen, bedürftigen Bettler gehört habe, der einen Pfarrer bat, ihm ein Almosen zu geben, was ihm verweigert wurde. Er sagte: „Würden Sie mir bitte Ihren Segen geben, Sir?“ Er: „Gott segne dich.“ „Oh“, antwortet der Bettler, „Sie würden mir das nicht geben, wenn es etwas wert wäre.“ Es gibt viele, die sehr freundlich zu euch reden, aber wenn sie annehmen, dass ihr irgendetwas von ihnen wollt, dann werden sie davonlaufen, wie vor einem Taschendieb. Wohingegen, wenn es unseren Seelen wohlgehen würde, dann sollten wir es für seliger halten zu geben, als zu nehmen. 28Apg 20,35 Wenn wir aus unseren Betten aufstehen, sollten wir uns selbst diese Frage stellen: „Was kann ich heute für Gott tun? Was kann ich für die Armen tun? Habe ich zwei oder fünf oder zehn Talente? Gott helfe mir, für die Armen so viel zu tun, als wüsste ich, dass ich nur diesen einen Tag zu leben hätte.“
In einem Wort, wenn es euren Seelen wohlgeht, meine lieben Zuhörer, dann werdet ihr in der Liebe wachsen. Es gibt einige gute Seelen, aber sehr enge Seelen; sie haben solche Angst davor, Menschen zu lieben, die sich von ihnen unterscheiden, dass es mir unangenehm ist, das zu sehen. Partei-Geister schleichen sich unter Christen ein, und während früher gesagt wurde: „Seht, wie diese Christen einander lieben!“ 29Tertullian, Apologeticum 39 kann jetzt gesagt werden: „Seht, wie diese Christen einander hassen!“ Ich erkläre von ganzem Herzen, dass ich immer mehr davon überzeugt bin, dass die Prinzipien, die ich gepredigt habe, das Wort Gottes sind. Bitte, was macht ihr am Markt? Gibt es dort so etwas wie Presbyterianer, Unabhängige oder Kirchengänger? Gibt es dort spezielle Kammern nur für die Presbyterianer, Unabhängigen und Kirchenleute, um dort Handel zu treiben? Die Leute können mit ihrem Feuereifer für Gott prahlen, solange bis sie den Anblick einer Person, die sich von ihnen unterscheidet, nicht ertragen können. Der Apostel lobt Gajus für seine allumfassende Liebe, für seine Liebe zu Fremden. Das war ein herrliches Wort einer guten Frau in Schottland, „Kommt herein“, sagt sie, „ihr Gesegneten des Herrn; ich habe ein Haus, das hundert fasst, und ein Herz, das zehntausend fassen kann.“ Gott gebe uns ein solches Herz; „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott.“ 301Joh 4,16 Ich könnte zwanzig Kennzeichen nennen und so bis neun oder zehn Uhr weitermachen, aber es ist besser, mit unseren Seelen umzugehen wie mit unseren Körpern und immer nur kleine Portionen auf einmal zu uns zu nehmen. So ist es auch mit dem Predigen; obwohl ich nicht weiter in meiner Rede fortfahren werde, möge Gott das segnen, was gesagt worden ist.
Aber ist hier ein Kind Gottes, das nach Hause gehen kann ohne ein betrübtes Herz? Das sage ich jetzt nicht, damit ihr mich für demütig haltet: Ich liebe Aufrichtigkeit, innerlich und äußerlich, und hasse Falschheit.
Wenn ich darüber nachdenke, was Gott für mich getan hat, wie oft er mich zurückgeschnitten hat, 31Joh 15,2 und wie er um mich gegraben und mich gedüngt hat, 32Lk 13,8 und wenn ich darüber nachdenke, wie wenig ich für Gott getan habe, dann bringt mich das zum Weinen, wenn das möglich sein könnte, Tränen aus Blut; es lässt mich ausrufen: „Wie bin ich so elend! Wie bin ich so elend!“ 33Jes 24,16 wie ich es erst heute meinem Freund gegenüber ausdrückte. Das bringt mich dazu, mich danach zu sehnen, wenn es meine körperliche Kraft erlauben würde, damit anzufangen, ernsthaft für meinen Herrn zu leben. Was sagt ihr, meine lieben Freunde, habt ihr alle das gleiche Naturell? Habt ihr die Fortschritte gemacht, die ihr hättet machen sollen? O London! London! Hochbegünstigtes London!Was würden einige Leute für deine Privilegien geben? Was würden heute Abend die Leute sagen, zu denen ich kürzlich zum Predigen gerufen wurde? Eine gute, rechtschaffene und ehrenvolle Lady hat das Evangelium dorthin gebracht, etwa dreiundzwanzig Meilen weit entfernt. Die Leute, zu denen ich predigte, sehnten sich und dürsteten nach derselben Botschaft; sie sagten, sie dachten, dass sie vorher noch nie die Wahrheit gehört hätten. Ihr habt das rings um das Lager herum ausgeschüttete Manna, aber ich fürchte, ihr nennt es eine magere Speise; 344Mo 21,5 oder wenigstens fürchte ich, dass ihr eine schlechte Verdauung gehabt habt. Denkt darüber nach, und um Jesu Christi willen zittert, aus Furcht, dass Gott euren Leuchter wegstoßen 35Offb 2,5 könnte. Die Arbeiter sind krank; diejenigen, die einst gearbeitet haben, sind fast ausgebrannt, und andere begeben sich selbst nur in einen engen Spielraum und beschränken so ihre Nützlichkeit. Es sind nur wenige, die es mögen, hinaus auf die Felder zu gehen; zerbrochene Eier und tote Katzen sind nicht mehr länger die Zierde für einen Methodisten, sondern Seidenschals. Diese ehrenvollen Abzeichen sieht man heute nicht mehr: Die Trägheit hat sich von den Geistlichen auf die Leute übertragen, und wenn ihr nicht aufpasst, werden wir alle zusammen tot umfallen. Der Herr Jesus wecke uns auf, der Sohn Gottes wecke uns alle auf. Ihr sollt der Welt den Weg zeigen und ihr, die ihr schon viele Jahre Methodisten seid, zeigt den Jungen, die das Kreuz nicht zu tragen haben, wie wir es einst taten, was der wahre Methodismus war.
Was aber euch betrifft, die ganz gleichgültig sind, was das Wohlergehen eurer Seelen betrifft, die sich nur um ihren Körper kümmern, die mehr Angst vor einem Pickel im Gesicht haben als vor der Fäulnis ihres Herzens; die sagen werden: „O gebt mir eine gute Flasche und ein Huhn und behaltet das Wohlergehen eurer Seelen für euch!“ Ihr tut besser daran, aufzupassen, was ihr sagt, aus Angst, dass Gott euch bei eurem Wort nehmen könnte. Ich kannte einige Kaufleute und Bauern, und einer von ihnen hatte vielleicht auch eine Frau mit einem Vermögen, die darum baten, entschuldigt zu werden, sie kamen nie zum Festmahl, und Gott schickte sie dafür auch in die Hölle; das könnte auch mit euch der Fall sein. Heute wurde mir von einer jungen Frau erzählt, der es am Sonntag noch sehr gut ging, als sie ihre Freunde verließ, aber als sie nach Hause kam, wurde sie von Schmerzen gequält, bekam eine Entzündung im Bauch und ist nun ein Leichnam ohne Atem. Noch ein anderer, von dem ich gehört habe, ein Christusloser Prediger, der sich immer um seinen Körper kümmerte, sagte zu seiner Frau, als er dem Tod nahe war: „Ich sehe die Hölle für mich geöffnet, ich sehe die Verdammten gequält, ich sehe jemanden in der Hölle, den ich verdorben habe.“ Inmitten seiner Qual sagte er: „Ich komme zu dir, ich komme, ich muss verdammt werden, Gott wird meine Seele verdammen“, und dann starb er.
Passt auf, dass ihr nicht mit Gott Späße treibt; es gibt genug Platz in der Hölle, und wenn ihr das Wohlergehen eurer Seelen vernachlässigt, was wird aus euch werden? Was würdet ihr für einen Funken Hoffnung geben, wenn Gott nach euren Seelen verlangt? Wach auf, der du schläfst; 36Eph 5,14 Horch! Horch! Horch! Hört das Wort des Herrn, des lebendigen Gottes. Helft mir, o ihr Kinder Gottes! Ich bin heute Abend mit einem Auftrag von Jesus von Nazareth gekommen. Ihr Geistlichen Christi, die ihr hier seid, helft mir mit euren Gebeten; ihr Diener des lebendigen Gottes, helft mir mit euren Gebeten. O mit welchem Erfolg predigte ich in Moorfields, als zehntausend von Gottes Volk für mich beteten; betet zu Gott, dass er meinen Körper stärkt. Habt keine Angst, dass ich mir heute Abend Schaden zufügen werde. Es ist mir egal, welchen Schaden ich mir selbst zufüge, wenn es Gott segnen sollte; ich kann nur wenig predigen, aber möge Gott dieses Wenige segnen. Ich weine und schreie und demütige mich täglich vor meinem Gott, weil ich beiseitegelegt wurde; ich würde anderen keine Last aufbürden, wenn ich selbst predigen könnte. Ihr habt das Erste von mir gehabt, und ihr werdet das Letzte von mir haben: Die Engel Gottes haben auf eure Bekehrung gewartet und sind nun bereit, sich um die Seele zu kümmern, wenn sie den verrotteten Leichnam verlässt. Das schlimmste Geschöpf unter dem Himmel, das keinen Penny auf der Welt hat, mag bei Gott willkommen sein. Egal wie es auch immer in der Vergangenheit mit uns gewesen ist, möge es unseren Seelen in der Zukunft wohlgehen, was Gott aus seiner unermesslichen Gnade gewähren möge. Amen.
Fussnoten
- 1Mk 8,18
- 2Mt 13,15
- 3Joh 13,23
- 4Mk 3,17
- 5Mt 12,36
- 6Ps 45,2
- 7Röm 16,23
- 81Joh 3,18
- 92Sam 23,1
- 101Mo 1,3
- 112Petr 1,4
- 12Joh 4,14
- 13Heb 12,23
- 141Tim 4,15
- 15Heb 10,38
- 16Mal 3,20
- 17Name von zwei Versammlungsorten von Methodisten im damaligen London
- 18Sach 12,10
- 19Röm 8,15
- 20Röm 8,21
- 212Kor 12,2
- 221Mo 3,9
- 23Augustinus (354-430) „Domine Iesu, noverim me“
- 24Hes 8,12
- 25Röm 7,24
- 26Joh 1,45
- 27Gal 5,6
- 28Apg 20,35
- 29Tertullian, Apologeticum 39
- 301Joh 4,16
- 31Joh 15,2
- 32Lk 13,8
- 33Jes 24,16
- 344Mo 21,5
- 35Offb 2,5
- 36Eph 5,14